118 II. Die Literatur von der Mitte des achten bis zur Mitte des elften Jahrhunderts.
hat die ersten Beweise dafür erbracht, daß das Hildebrandslied ein hoch-deutsches Gedicht ist, und diese wurden dann später vermehrt. 1 ) Der Ver-fasser war aus Ostfranken oder Baiern, die niederdeutschen Formen rührenerst von Schreibern her.
Lautstand des Hildebrandsliedes.Vokale.
Germ, e ist e in urhettun 2, q in Iqttun 63; ae in haetti 17, furlaet 20.
ö ist geblieben in tö 6, frötöro 8, fröte 16, chönnem 28, göten 47,mötti 60, stönt 64;
diphthongiert zu uo: muotin 2, gistuont 8, cnuosles 11, gistuontun 23(s. Var.) (aber gistontan Var. zu 26), fuortös 41, muotti 61.
ai ist Diphthong geblieben, als ai: staim bort 65; als ei: heittu 17,gi[h]ueit 18, glleitös 32, cheisuringu 34, gimeinün 60;
ai ist kontrahiert zu <?: toe/zz 3, #we£ 12, ■ze/eto 30, /zezzz<? 47, entgeru 52,ezzzc 57, [bedero 62]; als ?: ijzzazz 12; als ce: cenon 2, raez* 22;
ai vor h r w und im Auslaut ist e: heröro 7, heremo 56, erhina 16,gern 37, etoz'/z 41, herron 47, wewurt AQ; ce: cerist 63.
öm ist aw: haawan 53, ra«M 57, o«: baugä 33 (s. Var.); ao: taoc 55;
zzzz vor Dentalen und h ist unkontrahiert «o: -laosa 22, aodlihho 55;kontrahiert zu ö: gihörta 1, föhem 9, //öA 18, Ötachres 18, Ötachre 25,östor 18. 22. 58, zW 44.
m ist za: /m& 15, östarliuto 58, zzz'zzse 60, Amte 61; aber eu in heuwun 66.
eo ist eo: irmindeot 13, Theotrihhe 19. 26, eo 27 (zweimal). 51, /£<?/> 27,«eo 31, sceotantero 51; e: Detrihhe 23.
Konsonanten.
j bleibt in Flexionsendungen: heriun 3, A//#tt 6, //reo 10, arbeo 22,wäniu 29, Hüneo 35, reccheo 48, znz7z'zz 54, gudea 60.
■zw ist als o im Auslaut nach langem Vokal erhalten: seolidante 42,wentilseo 43.
m im Auslaut ist erhalten in fem 3, föhem auortam 9, chönnem man-num 28, dinem 40, dinem hrustim 46, asckim 63, scurim 64, rfgzzz sciltim 64,z'zzz 67, wäbnum 68; /z in heriun 2, wuortun 40, scarpen 64.
« ist vor harter Spirans ausgefallen unter Dehnung des vorhergehendenkurzen Vokals: güclhamun 5, Mre 12, c/zzzrf 13. 28, zzsere 15, güdea 60.
Dentale. Germ. zVz > rf, jedoch am Anfang <Jviermal (s. oben); Theotrihhe19 ist archaistische Schreibung, da in Eigennamen die alte Orthographieoft länger beibehalten wird, d ist regelmäßig zu t verschoben (ca. hundertFälle) 2 ); t ist nicht verschoben, also fallen d und t zusammen in t. Be-merkenswert ist das doppelte tt nach langem Vokal: urhettun 2, hcetti 17,/zezYzvz 17, wettu 30, md#z" 60, Iqttun 63, ämz*^ 66, außer in muotin 2,
') Besonders von C. Kraus a. a. O. — Mor.Trautmann, Finn und Hildebrand, BonnerBeiträge zur Anglisiik 7, Bonn 1903, versuchte
nachzuweisen, daß das Hildebrandslied eineÜbersetzung aus dem Angelsächsischen sei.2 ) Siehe Kraus S. 325.