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Teil 1 (1918) Die althochdeutsche Literatur
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B. Die Literaturdenkmäler. 1. Poetische Denkmäler. §26.

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Auch stimmt mit diesen Punkten überein, daß die Heilung für den Leib aus-gesprochen wird, also für den ganzen Körper (der auf der Erde in Krämpfenliegt): fon dlsemo christenen lichamen. also sciero werde buoz. disemo chri-stenen lichamen Z. 79. Z. 5 f. aber ist ein Stück aus einem Wundsegen,denn die Adern sollen verbunden werden. Dieser Zwischenteil also umfaßtdie Worte Petras gesanta. paulum sinen bruoder. da zer aderuna. aderonferbunde pontum patum. Mit dem folgenden beginnt die Fortsetzung desHauptstückes. 1 ) Diese Zeilen (von Petras bis patarri) ausgenommen liegt eineinheitlicher Segen gegen die Fallsucht vor, dessen Inhalt ist:Doner standauf der Adamsbrücke, spaltete (zersplitterte) einen [den] Stein zu Holz (erfing an, die Brücke zu zerstören). Stand des Adams Sohn und schlug desTeufels Sohn (d. i. Doner) 2 ) in eine [die] Staude, d. i. in den Busch, in denWald. 3 ) Er verstieß den Satan. Also tue ich dich, unreiner Geist, von diesemchristlichen Leib." Der epische Teil umfaßt in P Z. 37 (außer dem EinschubZ. 5 f.), die beschwörende Formel Z. 712.

Die Erzählung enthält den Kampf des Adams Sohns, Christi, gegenDonar, des Teufels Sohn und bedeutet den Sieg des Christentums über dasHeidentum. Der Kampf zwischen den beiden Mächten, dem guten und dembösen Prinzip, ist eine Grundvorstellung des frühmittelalterlichen Christen-tums, die in der Plastik der romanischen Periode zu den beliebtesten Motivengehörte. 4 )

Die Form des Segens ist Prosa.

Der eingeschobene Wundsegen besteht nur aus einem Teil des erzählendenEingangs: Petrus sendet seinen Bruder Paulus, daß er Aderuna die Adernverbinde. 5 )

J ) Ferstiez er den satanan gehört mitdem nächsten Satz also tuon ih dih unreinerathmo zusammen, denn mit also hebt derVergleich zwischen dem typischen Bild unddem speziellen Fall an.

2 ) Donerdutigo dietewigo ist mit KögelLG. 1,266 als Eingang eines heidnischen Hym-nus oder überhaupt als verehrender Anruf zuhalten. Dutigo und dietewigo in P sind Vo-kative, dutig ist = got. piupeigs gütig (Stein-meyer, MSD. II 3 , 301) oder von diot Volk ab-geleitet = zum Volke gehörig. Also: Doner,gütiger (oder heimischer, unserm Volke ver-ehrter), allewiger. Diese ehrenden Bezeich-nungen passen freilich nicht für den Teufels-sohn, als welcher er in dem christlichen Spruchverwünscht wird. Das Ganze ist eine erstarrteFormel, in welcher die Attribute mechanischund sinnlos nachgeplappert wurden, ohne daßihre ursprüngliche Bedeutung noch beachtetwurde.

3 ) Zu Stade vgl. köment durch die wildenwüeste, durch stüden und struppen Zürich.Jahrb. 45,17; gefluhen nie so balde ze stüdenund ze walde Konrads v. Würzburg Trojaner-

krieg 33525 (Mhd. Wb. II, 2, 707).

4 ) Die Brückenszene hat beachtenswerteÄhnlichkeit mit dem Brückenspiel, für dasMannhardt, Z. f. d. Mythol. 4,301320, vieleBeispiele anführt; vgl. auch Schweizer Idiot.5,540 f. Die Hauptsache in diesem Kinderspielist ein Kampf, und zwar in vielen Fassungenzwischen Engel und Teufel, zwischen Gott-vater und dem Teufel. Die Brücke ist ge-brochen, der Schluß ist eben der Kampf zwi-schen den beiden Scharen. Mythologische Ver-mutungen s. bei Mannhardt S. 315 ff. und beiRochholz, Alemann. Kinderlied und Kinder-spiel S. 375. Brücke in Mythologie und Volks-

§laube: Grimm, Mythol. S. 696 f. u. Nachtr.. 248 f.; Holtzmann, D. Mythol. ed. HolderS. 205 f.; E. H. Meyer, Germ. Mythol. s. RegisterS. 308; Golther, Mythol. S. 473.

5 ) Aderuna ist wohl ein für den Inhaltdes Spruches aus ädera die Ader gebildeterweiblicher Personenname. Die in P folgendenWorte pontum patum sind vermutlich entstelltaus Pontium Pilatum (Steinmeyer, MSD. II 3 ,302), in M verdeutscht in unverständlichesfrepunte den paten.