B. Die Literaturdenkmäler. 1. Poetische Denkmäler. § 26.
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aus der Umgebung heraus, es ist ein regelrechter, gereimter (assonierender)dipodischer Vierheber.
Der auf den Weingartner Spruch folgende Prosasegen von S. Ulrich istein späterer Zusatz.
8. Lorscher Bienensegen.MSD. Nr. 16 u. II 3 , 90—92; Braune, LB. Nr. 31,3 u. S. 192; Piper, Alt. d. Lit. S. 266,Nachtr. S. 199; Kelle, LG. 1, 231.393; Kogel, LG. 2,154—157, Grundr. 2 S. 67. — Erste Aus-gabe von Franz Pfeiffer, Forschung und Kritik auf dem Gebiete des deutschen Altertums II,Wiener SB. 52 (1866), 3—19; Konr. Hofmann, Münchner SB. 1866,109—112; C.P.Caspari,Homilia de sacrilegiis S. 28 f.; K. MOllenhoff, Z. d. Vereins f. Volkskunde 10 (1900), 16—26;Mart. Müller S. 18 f. — J. Ph. Glock, Die Symbolik der Bienen und ihrer Produkte in Sage,Dichtung, Kultus, Kunst und Bräuchen. Eine kulturgeschichtliche Schilderung des Bienen-volkes auf ästhetischer Grundlage, 2. [Titel-]Ausgabe, Heidelberg 1897 (1891).
Hs.: Cod. pal. 220 der vatikanischen Bibliothek in Rom, 1 ) 9. Jh., 71 BL,enthaltend Predigten Augustins und Dicta Effrems, früher in der BibliothecaPalatina in Heidelberg, stammt aus dem Lorsch. Am untern Rand von Bl. 58asteht von einer Hand des 10. Jhs. der Segen. Aufgefunden wurde er vonAugust Reifferscheid.
Der Dialekt ist, der Heimat der Handschrift entsprechend, rheinfränkisch.
Zwei Sprüche sind hier zu einem vereinigt. Der erste umfaßt Z. 1 u. 2,Z. 1 ist in der zweiten Hälfte unrhythmisch und reimt in den Halbzeilen nicht;sie ist wahrscheinlich entstellt; Z. 2 dagegen ist eine regelmäßige, in denHalbversen gereimte Langzeile.
Der zweite Spruch hat drei in den Halbversen reimende Langzeilen vonregelmäßig alternierendem Rhythmus.
Spruch I: „Krist! 2 ) Der Bienenschwarm ist außen! Nun flieg du, meinVieh, hierher in heiligem Frieden in Gottes Schutz 3 ) gesund heim zu kommen."
Spruch II: „Sitze, sitze, Bienenschwarm, 4 ) gebot dir Sanct Maria, Urlaubhab du nicht, zum Wald flieg nicht, 5 ) weder sollst du mir entrinnen, nochsollst du dich mir entringen. 6 ) Sitze ganz stille, wirke Gottes Willen!"
Die Situation ist in den beiden Teilen verschieden. In I ist der Schwärmschon ausgebrochen, der Segen wird gesprochen für glückliche Rückkehr;in II wird vor dem Ausfliegen oder Weiterfortfliegen gewarnt und zumruhigen Verbleiben aufgefordert. Das Schema ist beide Male im Grunde dasgleiche: es besteht in der Hauptsache aus der Besprechung.
: ) Bartsch, Die altdeutschen Handschrif-ten der Universitäts-Bibliothek in HeidelbergS. 183 f.
2 ) Kirst für krist kann volkstümliche Ent-stellung sein, aus Scheu, heilige oder dämo-nische Namen in profanen Ausrufen zu ge-brauchen, wie z. B. Potz Blitz für Gots Blitz.
3 ) fridu frdno s. Z. f. d. Wortforschung 7,196 f.; vgl. on 30d.es fcepme Grein-Wülcker1,316,68, on his friä 330,38; in dem gotesfride du.var Tobiassegen MSD. Nr.47, 4 v. 43,in gotz frid ich gee (zweimal) MSD. II 3 , 289,
in deme heiligin fride sin 287 v. 12.
4 ) Ahd. impi, mhd. imbe m. ist Bienen-schwarm, ahd. b'ia, bini n., mhd. bin bin f. dieeinzelne Biene; mhd. biet. Biene, b'ien. Bienen-schwarm; vgl. Pfeiffer a.a.O. S.U. 17f.;Schweizer Idiotikon 4, 909 f.
5 ) Vgl. oben S. 99 Anm. 1.
6 ) entrinnen — entwinnen ist eine Stei-gerung, entwinnen mit Arbeit, gewaltsam sichentreißen.DieseletztereBedeutungpaßt wiederzur Bannung eines Gefangenen.