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Teil 1 (1918) Die althochdeutsche Literatur
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B. Die Literaturdenkmäler. 1. Poetische Denkmäler. § 26.

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Christ ward verwundet, da ward er heil und auch gesund, das Blutblieb stehen: so tu du, Blut!" Hier ist.alle epische Ausmalung abgestreift,nur die nüchterne Tatsache der Verwundung und Heilung Christi bleibt übrig.

Die Überschrift ad catarrum meint wohl nicht einen gewöhnlichenKatarrh, sondern etwa Bluthusten, Blutsturz (Edw. Schröder a. a. O. S. 178);oder das Wort ist in der allgemeineren Bedeutung von y.arägQoos = dasHerabfließen, hier speziell von dem des Blutes, gedacht.

Die zwei Verse des Spruches, Sprechverse, sind rein gereimt.

6. Contra malum malannum (gegen den übeln Malannus,d. i. gegen böses Geschwür).

MSD. 4, 7 u. II 3 ,53f.; Piper, Alt. d. Lit. S. 158, Nachtr. S. 199; Kögel, LG. 1,265, Grundr. 2S. 66 f. Erster Druck von W. Wackernagel, Das Wessobrunner Gebet und die WessobrunnerGlossen, Berlin 1827, S. 6770. J. Grimm, Mythol., Nachtr. S. 494; C. Kraus, Z. f. d. Öster-reich. Gymnasien 47 (1896), 337; M. Höfler, Das malum malannum, Janus 14 (1909), 512526.

Hs.: Universitätsbibliothek in Bonn Nr. 218, 11. Jh., 87 Bl., der Spruchsteht auf Bl. 41a; H. Hoffmann, Ahd. Glossen, Breslau 1828, Einl. § 57 undS. 2025; Ahd. Gl. 4, 388395.

Der Dialekt ist eine Mischung von Bairisch und Rheinfränkisch.

Ich ermahne 1 ) dich, Schwamm, bei Gott und bei Christus, daß dukeins von beiden machst, weder Wunde noch totes Haupt." 2 )

In der Krankheit malannus 3 ) sind inbegriffen Auswüchse, Geschwüre,Karfunkel, Pustel. Schwamm ist lat. fungus, ein schwammartiges Gewächsbeim Menschen.

Der Spruch besteht aus zwei Prosazeilen und enthält nur eine Be-schwörungsformel. Am Anfang und zwischen der ersten und zweiten Zeilesind lateinische Vorschriften für die auszuübenden feierlichen Verrichtungenbeigegeben, am Schluß noch eine ebenfalls lateinische Beschwörung. Einlateinischer Segen, Adjuro te mala malanna, steht MSD. II 3 , 53 f.

7. Weingartner Reisesegen.

MSD. Nr. 4,8 u. II 3 , 54f.; Piper, Alt. d. Lit. S. 158, Nachtr. S. 200; Kögel, LG.2,158161,Grundr. 2 S. 67. Erste Ausgabe von Graff, Diutiska 2,70; J. Grimm, Mythol., Nachtr. S. 494;W. Wackernagel, Ad. Lesebuch 1859 S. 253255. Mart. Müller S. 19.

Hs.: Kgl. Handbibliothek in Stuttgart Nr. 25, 12. Jh., Bl. 123b, stammtaus dem Kloster Weingarten in Oberschwaben, enthält ein Psalterium undLitaneien. Der Segen wurde von Graff aufgefunden.

Der Dialekt scheint rheinfränkisch zu sein {-dor für -tor 4. 5).

Ein Reisesegen wurde dem Scheidenden zum Abschied gesprochen.Er soll ihn behüten auf seinem Wege vor Unglück, daß er wieder gesund

*) bimuniön, J. Grimm, Mythol. S. 1027. 10; lemynedu...hwcet320,N, 1 u.322,IV,23.

Z. f. vergleichende Sprachforschung 1, 144 bis 2 ) töthoupit vgl. Z. 24, 69,125 und Anm.

148; bei Otfrid 4, 19, 47 f. steht bimunigot in dazu S. 78.

Parallele zu bisuoran. In ags. Zaubersprüchen 3 ) J. Grimm, Mythol. S. 971 u. Nachtr.

begegnen verwandte Wörter: Beo zeswa^e- S. 342; MSD. a.a.O.; Du Cange-Favre 5,

mindise mines $odes Grein-Wülcker 1,320, III, 191 a f.