A. Einleitung. Allgemeine Voraussetzungen. § 22.
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franken kommt für die deutsche literarische Topographie Würzburg in Be-tracht, in Mittelfranken Trier. Sehr rege war die Beschäftigung mit der deutsch-sprachlichen Literatur in Baiern. Hier ragen hervor die Klöster Wessobrunn,Freising, Tegernsee, St. Emmeram in Regensburg, Salzburg, Monseein Oberösterreich.
Alles aber war auf die Person gestellt, auf den starken Willen dieseseinzigen Mannes, denn diese Kultur war ja seine Schöpfung, war nicht einlang erworbenes, allgemein gewordenes Gut des Ganzen, des Volkes.
Schon sein Nachfolger Ludwig, der Fromme zubenannt, besaß nichtdie Größe des Geistes und die Freiheit der Gesinnung, um als mittelalterlichchristlicher Regent zugleich die Hoheit klassischen Geistes würdigen zukönnen, und als dann seine Nachfolger das Erbe Karls teilten, da war dieimperialistische Reichsidee nur noch ein leerer Wahn.
Jedoch die geistige Saat, die Karl und die Seinen ausgestreut, wurdeauch durch die Ungunst der Zeiten nicht wieder ganz erstickt. AlcuinsSchüler Hrabanus Maurus 1 ) (geb. um 784, Lehrer der Klosterschule inFulda, Abt von Fulda 822—842, Erzbischof von Mainz 847—856) ist dererste deutsche gelehrte Theologe, der „Lehrer Deutschlands". Seine umfassendeschriftstellerische Tätigkeit, in der er freilich völlig bis zum wörtlichen Aus-schreiben abhängig ist von Augustin und von andern kirchlichen Autoren,besteht hauptsächlich in der wissenschaftlichen Erklärung der biblischen undanderer geistlicher Schriften und ist der Schule und der Bildung des Klerusgewidmet.
Mit gleicher Gelehrsamkeit, aber weniger eingreifend als Lehrer, wirktezu derselben Zeit Haimo, Bischof von Halberstadt (840—853). Ausder Schule Hrabans gingen hervor Walahfrid Strabo 2 ), Abt von Reichenau(geb. um 810, gest. 849), feinsinnig als Gelehrter und als Lateindichter, derim Sinne seines Lehrers die Klosterschule zu Reichenau einrichtete; undOtfrid, Mönch von Weißenburg, der Hrabans wissenschaftliche Behandlungdes Lebens Jesu auf die Dichtung übertrug (s. unten „Otfrid").
Ein hohes geistiges Leben herrschte am Ende des neunten Jahrhundertsin St. Gallen. Von dort aus ging ein ganz neuer Aufschwung der sangbaren
*) Wattenbach 1 7 ,256—258 u. ff.; Ebert2,120—145; Manitius 1,288—302; Hauck,Kirchengeschichte 2 3 - 4 , s. Register unter Hrabanu. bes. 611. 620—641; Kunstmann, HrabanusMagnentius Maurus, eine histor. Monographie,Mainz 1841; DüMMLER, Hrabanstudien, Ber-liner SB. 1898 S. 24 ff.; Dietrich TOrnau, Ra-banus Maurus, der praeceptor Germaniae, Er-langer Diss., München 1899 (dazu Dümmler,D. Lit.Zeitung 1900, 285f.); J. B. Hablitzel,Hrabanus Maurus, ein Beitrag zur Geschichteder mittelalterlichen Exegese,BiblischeStudien
hrsg. von O. Bardenhewer, Bd. 11, H. 3, Frei-burgi. B. 1906; Schönbach, Über einigeEvan-gelienkommentare des Mittelalters, WienerSB.146 (1903), 4. Abhandl. S. 71—141.
2 ) Wattenbach l 7 , 277—280; Ebert 2,145—166; Manitius 1,302—314; Hauck2 3 - 4 ,654—658; Paul v. Winterfeld, Die Dichter-schule St. Gallens und der Reichenau unterden Karolingern und Ottonen, Neue Jahrbücherf. d. klassische Altertum 5,341 ff. u. DeutscheDichter des lat. Mittelalters von Paul v. Winter-feld, hrsg. von H. Reich, S. 402—422.
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