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Teil 1 (1918) Die althochdeutsche Literatur
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B. Die Dichtung der vorliterarischen Zeit. § 19.

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jocista, scurra, pantomimus jlijmon 150,18 f.; mimus uel scurra ölljtnan311,31. 539,30; temellcl idel saniere 150,16; liticen tmcl 311,28; histrionestrupas 150, 17; saltator tumbere 150, 20; hleapere 311, 32; saltatrix hlea-pestre 311,33. Die ahd. Glossen bringen alle möglichen Variationen: spili-man für lat. scurro, mimus, histrlo, thimelicus, musicus, scenicus Graff 2,746;spiliuuib tympanlstria und schlechtweg scortum Graff 1,653, vgl. auch Spilan m.6,331 (dazu Gl. 1,518,64); spilahus theatrum, gymnasium, palaestra, amphi-theatrum Graff 4,1057; spilistat dasselbe Graff 6, 642; sprangari, trutarisaltator Graff 6,399 und 5,522; tumari scurra, salius, histrio Graff 5,424(s. oben S. 33 f.); tanzari coraula, denzere symphoniacus Graff 5, 438;besonders häufig skirno scurra, jocularis, histrio, mimus, saltator, auchscortator Graff 6, 550, was die ganze Niedrigkeit solcher Bande kenn-zeichnet. 1 )

Das Christentum hat von den frühesten Zeiten an die Unsittlichkeitdes Theater- und Mimenwesens verabscheut und die stärksten Anklagen derKirchenväter gegen das Heidentum richten sich gerade auf diese Aus-wüchse der Sinnenfreude. 2 ) Offiziell wurde durch Konzilbeschlüsse denGeistlichen verboten, 3 ) solchen unzüchtigen Possen beizuwohnen. Diesekirchlichen Beschlüsse wurden dann von den frühmittelalterlichen Bischöfenauch auf fränkische bezw. deutsche Verhältnisse angewendet und von Karldem Großen in seine Kirchengesetze, in die Kapitularien, aufgenommen.

§ 19. Die Vortragsweise.

Ed. Sievers, Altgermanische Metrik, durchgesehen von Friedr. Kauffmann und HugoGering, Pauls Grundr. 2 2 , 4ff.; Franz Saran, Deutsche Verslehre, Handbuch des deutschenUnterrichts 3. Bd. 3. Teil, München 1907; derselbe, Über Vortragsweise und Zweck desEvangelienbuches Otfrieds von Weißenburg, Antrittsvorlesung, Halle a/S. 1896; Ed. Sievers,Rhythmisch-Melodische Studien, Heidelberg 1912.

Die Mitteilungen über die Art und Weise, wie die einzelnen Dichtungenin germanischer Zeit vorgetragen wurden, sind, wie sich an den bisherigenZusammenstellungen zeigt, nur ganz allgemein. Der Text wurde entwedernur gesprochen oder die Worte wurden melodisch vorgetragen und vielleichtauch noch von Musik begleitet. Wie sich diese verschiedenen akustischenDarstellungsarten auf die einzelnen Dichtgattungen verteilen, ist nicht für alleFälle sicherzustellen. Gewiß ist, daß beim Leich Gesang und Musik mit-wirkten, daß der Sang gesungen wurde. Der Vortrag des Scop war jeden-falls von der Harfe begleitet, beim Gesang des Gesellschaftsliedes konnteebenfalls die Harfe geschlagen werden, beim Tanz wurde gesungen und wohlauch musiziert. Soviel ergibt sich im allgemeinen über die Verwendung dermenschlichen Stimme und der Instrumente aus der Natur der betreffendenDichtungen.

x ) Vollständige Sammlung der ahd. undmhd. Gauklernamen und Erklärung derselbenbei Schönbach, Wiener SB. 142 (1900), 6787;Piper, Spielmannsdichtung 1, 6 ff.; s. auchZappert a.a.O. und Heyne a.a.O. S. 112ff.

2 ) Reich, Der römische Mimus, passim.

3 ) Kelle 1, 69 f. 326328. G. Gröber,Zur Volkskunde aus Conzilbeschlüssen undCapitularien, Leipzig 1893; Voretzsch, Ein-führung 2 S.7376.