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Teil 1 (1918) Die althochdeutsche Literatur
Entstehung
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52
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52 I. Die vorliterarische Zeit.

wesen: x ) Fecisti ligaturas (Amulette) et incantationes et Utas varias fas-cinationes, quas nefarll homines, subulci vel bubulci, et interdum venatoresfaciunt, dum dicunt diaboltca carmina super panem aut super herbaset super quaedam nefarla ligamenta et haec aut in arbore abscondunt autin bivio aut in trivio projiciunt, ut aut sua animalia vel canes biberenta peste et a clade et alterius perdant (Friedberg S. 84f.; Grimm Mythol.Nachtr. S. 404). Amulette, angehängte mit Zauberschrift versehene Zettel,werden noch heute gebraucht. Über sie wird vor dem Umhängen ein Zauber-spruch gemurmelt. Es sind die ligamenta, ligamina, gr. cpvXay.zr)Qiov.philacteria vel carmina zaubarchiscrip Gl. 2, 95, 60. 83, 7. 85, 29. 86, 39.92, 53; philacteria pleh, plehtar 2, 113, 11; prieueli vel plechar [blechir,vlechir u. a.] 1, 720, 51. 721, 20; phylacteria houitbant 1, 716, 43; plehtarist das ins Deutsche herübergenommene griech.-lateinische philacterium. 2 )

Unmittelbar auf deutsche Zustände berechnet aber sind zwei Predigtendes Hrabanus Maurus, die Homilia de festis XLI und XLII (Migne 110,7678. 7880). Aus eigener Erfahrung, erschreckt durch den zum Himmeldringenden Lärm des Volkes, das dem sich verfinsternden Monde durchGeschrei, durch Feuerbrände, durch Pfeilschießen, Gebrüll von Vieh undSchweinegrunzen zu Hilfe kommen wollte, weil er von Untieren zerfleischtwerde, straft er den Irrglauben, der wähnt dem Schöpfer vorgreifen zukönnen. Diener des Teufels sind die, welche die heidnischen Totenfestefeiern, die Wahrsager, Zauberer usw.: nullus ex vobis charagios (s. caragus,Du Cange-Favre 2, 158b f.) et divinos vel sortilegos requirat nee de qua-libet causa eos aut infirmitate interroget; nullus sibi incantatores ad-hibeat. . . . Similiter et auguria observare nolite, nee in itinere positialiquas aviculas cantantes attendere nee ex illarum cantico diabolicasdivinationes annuntiare praesumite (Migne Sp. 81 AB); mit den letzterenVerallgemeinerungen hat auch Hrabanus international-kirchliche Motive auf-genommen. In der Zusammenfassung der Gebote und Verbote für denchristlichen Glauben, welche die lateinischeMusterpredigt" des 8. Jahr-hunderts gibt (Z. f. d. A. 12,436 ff.), werden alle Opfer und Weissagungen fürheidnisch, für Sakrilegium erklärt und ebenso die incantationes (S. 439,17 ff.).Noch umfassender aufgezählt sind die Paganien in den Dicta Abbatis Priminii,des Stifters des Klosters Reichenau (Caspari, Kirchenhistorische AnecdotaS. 149193). Demselben Zweck, den Glauben zu lehren und den Aberglaubenzu zerstören, ist die bei Caspari folgende Predigt (S. 193212) gewidmet.

Alle Verbote der Kirche, Bußvorschriften und Predigten konnten denfestgewurzelten Glauben an die Heilkraft der Sprüche nicht ausrotten. Sienahm darum den Beschwörungsglauben in ihren Willen auf. Das graß Heid-nische wurde gemildert, die Götter wurden durch heilige Personen ersetzt

') Brot beim Ausgraben eines Zauber- j S. 344 f. 365; Helm, Religionsgesch. S. 22 f.krautes: Schönbach, Wiener SB. 142,142. | 44ff.; Du Cange-Favre 6,304b; Ugaturae2 ) J. Grimm, Mythol. S. 9.82 f. u. Nachtr. ebda 5,103 <= f.