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Teil 1 (1918) Die althochdeutsche Literatur
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28 . I Die vorliterarische Zeit.

Einzugslieder, Begrüßungen von Fürsten durch das Volk, sind nichterhalten. Sie würden unter die Gattung'Preislieder' fallen: der einziehendeFürst wird mit dem Preis seiner Taten empfangen. 1 )

§10. 2. Leich.

Lachmann, Über die Leiche der deutschen Dichter des zwölften und dreizehnten Jahr-hunderts, Rhein. Mus. 1829, Bd. III, und Kl. Sehr. S. 325340; Uhlands Schriften 1, 271279;Ferd. Wolf, Über die Lais, Sequenzen und Leiche, Heidelberg 1841; Leo, Die angelsächsischenSynonyme für den Begriff: Spiel, Z. f. d. Mythologie und Sittenkunde 3,2029; Wacker-nagel 1 2 ,50.8284; Kögel, LG. 1,711, Grundr. 2 S.35f. 39f.; Piper, Spielmannsdichtung1,3941; Mhd. Wb. 1,959 f. (s. unten, lat. Dichtg. und Bd. II unter Minnesang).

Got. laiks m. yogög Tanz (j'ah gahausida saggwlns jah laikins, jjxovoevov/ucpcovlas xal %oqcöv) Luc. 15, 25; verb. laikan oxigräv hüpfen (Luther) Luc.1,41.44.6,23.

An. leikr m. Spiel (besonders später an. strengleikr Saitenspiel, strengrsubst. Strang, Saite), Kampfspiel, Spott, oft als zweites Glied von Zusammen-setzungen in abgeblaßter, fast bloß suffixaler Funktion; verb. leika sich (hinund her) bewegen, später auch spielen auf Instrumenten (dialektisch inSchweden laika spielen, musizieren, Rietz, Svenskt Dialekt-Lexikon S. 389;norweg. leik Spiel, Tanz, Tanzmusik, Kampf, Aasen, Norsk Ordbog 2 S. 436b).

Ags. läc n. (m. f.) Spiel, Tanz, Opfergabe, Geschenk, -eläc Bewegung,Spiel, verb. läcan sich (hin und her) bewegen, spielen, auch auf Instrumenten,wie an. Ags. läc ist sehr beliebt als zweiter Teil von Substantivkompositen(Bosworth-Toller S. 603 f.; Grein 2,148 f.), die aber nie die Bedeutung vonTanz oder musikalischem Spiel haben. Meist ist läc hier ===== Opfer, Gabe,wie in dsfenläc Abendopfer, berneläc Brandopfer, freoläc frei dargebrachtesOpfer, mcesseläc Meßopfer, sceläc aus dem Meer gebrachte Gabe; Kampf-spiel bedeuten beaduläc, headuldc; lybläc (von lybb Gift) und scinläc sindZauberei; ;eläc (Bosworth-Toller S. 406; Grein 1, 419) geht auf'das Kriegs-spiel in bord-eläc (bord Schild), lind^eldc (Und Schild); lyfl^eläc das Spielen,Durcheinanderwogen der Lüfte, scin^eläc == scinläc; nur in brydläc Hoch-zeitsgesellschaft und Hochzeitsfest ist noch die Bedeutung von Tanz undSpiel durchsichtig.

Ahd. leich m., leichöd m. (Graff 2,152155; DWb. 6,611 f.).

Häufig ist -leich zweites Glied von Personennamen: an. -leikr, z. B.Hugileikr, ags. -läc, Hy^eläc (im Beowulf), ahd. Hugilaih (latinisiert beiGregor v. Tours, Frank. Gesch. III, 3 Chochilaichus?). 2 ) Da die germanischenPersonennamen oft auf rein willkürlichen Zusammensetzungen beruhen, sodaß die Bedeutung der beiden Glieder im Wortganzen gar nicht mehr zubewußt selbständiger Geltung kommt, kann auch auf den ursprünglichen

') Vgl. Müllenhoff, De antiqu. poesi ! 2 ) E. FöRSTemann, Altdeutsches Namen-

chor.S.911. Inderlateinischen Klosterpoesie | buch, 1. Bd. Personennamen, 2. Aufl., Bonn

sind solche Begrüßungsgedichte bekannt, s. 1900, S. 994996. Die Hss. haben Chlochi-

Dümmler, Mitteilungen der antiquarischen l laichum, Chrochüaicho, Chlodilaichum, Hro-

Gesellschaft in Zürich Bd. 2 Heft 6, 216 ff. ! dolaicum.