pel aus der Marienfreder Werkstatt verzeichnet. Sie tragen die üblichen Motive go-tischer Einbandverzierung: Adler, Christuskopf, Greif, Hirsch, Lamm, Rosette u.a.sowie die Anrufungen "Maria" und "Ihesus". Leitstempel der Marienfreder Werk-statt ist das Wappen Kleve/Mark mit der Klevischen Lilienhaspel, bei Schun-ke/Schwenke I fälschlich als Wappen von Jülich bezeichnet.
Die schlicht, aber solide gebundenen Bände aus Marienfrede tragen keine Signatur-und nur selten Titelschilder auf den Deckeln. Im Unterschied zu vielen Kloster-buchbindereien der Inkunabelzeit hat man in Marienfrede darauf verzichtet, Hand-schriftenblätter als Makulatur zu benutzen; die Vorsätze bestehen durchweg aus un-beschriebenen Pergamentbögen.
Die Existenz einer eigenen Buchbinderei, der "Officina librorum", ist für die Bene-diktinerabtei Werden urkundlich überliefert. In den noch erhaltenen Rechnungenwerden häufig Leder, Bretter, Ketten und Schließen sowie Handwerkszeug und Ma-terial zum Binden verzeichnet. Die erhaltenen Einbände stammen aus der Zeit vonetwa 1480 bis 1550. Sie tragen auf dem Vorderdeckel meist ein rautenförmigesBibliotheksschild, auf dem mit roter Farbe die Signatur als Großbuchstabe ange-bracht ist.
Obwohl in den oben erwähnten Rechnungen Ketten aufgeführt sind, wurden dieWerdener Einbände in der Regel nicht als Ketteneinbände ausgeführt. Auch dieWerdener Werkstatt ist in dem Standardwerk von Kyriß nicht erwähnt. Schun-ke/Schwenke I führt 19 Einzelstempel aus der Werdener Werkstatt auf. Sie zeigenmeist häufig verwendete Motive, wie Adler, Blattwerk, Lamm, Maria, Rosette u.a.Als charakteristisch hervorzuheben sind die Stempel mit Evangelisten-Symbolen(Schunke/Schwenke I, Nr. 58), die Anbetung des Jesuskindes durch die HeiligenDrei Könige (Schunke/Schwenke I, Maria Nr. 62) und ein Stempel, der Löwe undWolf unter einem Baum (im Paradies?) zeigt (Schunke/Schwenke I, Tiere Nr. 16).Die schlicht, aber massiv in Rindsleder gebundenen Bände der Werdener Werkstattsind in der Regel recht gut erhalten. Der sorgfältige Umgang, den man mit ihnenoffenbar zu allen Zeiten pflegte, spiegelt sicher auch das Ansehen wieder, das dieReichsabtei Werden immer genoß.
I. Schunke: Der Kölner Rollen- und Platteneinband im 16. Jahrhundert. In: Beiträge zum Rollen- undPlatteneinband im 16. Jahrhundert. Leipzig 1937. (Sammlung bibliothekswissenschaftlicher Arbeiten.H. 46.) S. 311-397; E. Kyriß: Verzierte gotische Einbände im alten deutschen Sprachgebiet. Stuttgart1953-58; I. Schunke: Die Schwenke-Sammlung gotischer Stempel- und Einbanddurchreibungen: I;Einzelstempel. Berlin 1979 (Beiträge zur Inkunabelkunde. 3. Folge. Bd. 7.)
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