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Inkunabelkatalog / Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
Entstehung
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II. Humanistenbibliotheken

Es finden sich im Düsseldorfer Inkunabelbestand Wiegendrucke aus zwei Humani-stenbibliotheken, die heute noch weitgehend vollständig in der Universitäts- undLandesbibliothek sind. Außerdem stammen einzelne Inkunabeln aus keineswegs ge-schlossen in Düsseldorf erhaltenen Privatbibliotheken von Gelehrten, die zumindestnicht im engeren Sinne als Humanisten aufgefaßt werden können. Unberücksichtigtbleiben in diesem Abschnitt die selbstverständlich im Vorbesitzerregister aufgeführ-ten Wiegendrucke aus privaten Büchersammlungen von Gelehrten des 18. und 19.Jahrhunderts.

Über die Bibliothek der Reichsabtei Werden gelangten die Reste der zwei Humani-stenbibliotheken zur Zeit der Säkularisation in die Vorgängerbibliothek der Univer-sitätsbibliothek. Es handelt sich um die Longolius-Bibliothek und die Cincinnius-Bibliothek. Erstere wurde 1545 oder kurz danach mit letzterer vereinigt. Beidewurden nach 1555 in die Werdener Klosterbibliothek integriert, d.h. die Bändewurden auf die dortigen Bestandsgruppen aufgeteilt. Nur die Longolius-Bibliothek(bekannt seit 1987) ist bisher gründlich erforscht. Die in ihrer Existenz schon langeerkannte Cincinnius-Bibliothek ist bislang nur in groben Umrissen erschlossen.Doch wird derzeit von dem Kölner Historiker Andreas Freitäger eine umfangreicheArbeit über Cincinnius vorbereitet, die auch eine ausführliche Beschreibung vondessen Bibliothek enthalten wird.

1. Cincinnius-Bibliothek

Die Cincinnius-Bibliothek geht auf den westfälisch-niederrheinischen HumanistenJohannes Kruyshaer zurück, der um 1480 in Lippstadt geboren wurde und seinenFamiliennamen später nach Humanistenmanier zu "Cincinnius" latinisierte. Späte-stens 1506 trat der gebürtige Westfale in den Dienst der niederrheinischen Bene-diktinerabtei St. Ludger in Werden. Zuerst einfacher Schreiber, arbeitete er späterin der Kellnerei, dem wirtschaftlichen Rückgrat der klösterlichen Güterverwaltung.Vor seiner Übersiedlung nach Werden hatte Cincinnius an der Kölner Artistenfa-kultät studiert. Seine dortige Immatrikulation (April 1502) ist das erste gesicherteund einigermaßen genaue Datum seines Lebenslaufes.

Vor Dezember 1512 zum Priester geweiht, wurde Cincinnius spätestens 1517 Vikardes Benedictusaltares und damit der eigentliche Kaplan des Abtes. Im selben Jahrverfaßte er 20 Distychen für das Epitaphium des Werdener Abtes Antonius Grim-holt. Zu einem nicht zu bestimmenden Zeitpunkt wurde er Bibliothekar und Archi-

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