III. Bibliothek des Düsseldorfer Pfarrers A.J. Binterim
Die sehr wertvolle Büchersammlung des Kirchenhistorikers und Theologen AntonJosef Binterim befindet sich als Depositum der katholischen Kirchengemeinde St.Martin in Düsseldorf-Bilk, an der Binterim von 1805 bis zu seinem Tode Pfarrerwar, in der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf. 1907 wurde sie derLandes- und Stadtbibliothek Düsseldorf von der Pfarrei St. Martin gegen einensymbolischen Leihzins übergeben. Die Sammlung (die im übrigen auch wertvolleHss. enthält) umfaßt ca. 4100 Werke in rund 3200 Bänden. In etwa 220 Konvolu-ten ist zahlreiches, oft sehr seltenes Kleinschrifttum (Varia und ältere Dissertatio-nen) zusammengebunden. Es existiert ein handschriftlicher Katalog von 1870, derdurch einen späteren maschinenschriftlichen Registerband ergänzt ist, der für dieVerzeichnung der Varia erstellt wurde.
Die ehemalige Privatbibliothek enthält Drucke vom 15. bis 19. Jahrhundert. The-matisch ist sie auf theologische und historische Werke spezialisiert. Da Binterim alsKirchenpolitiker und als Politiker hervorgetreten ist, findet sich in ihr auch eine be-merkenswerte Anzahl von Streitschriften, die - oft nur noch in wenigen Exempla-ren überliefert - erheblichen Quellenwert haben. Innerhalb der Kirchengeschichtehat die Binterim-Bibliothek zwei Schwerpunkte. Den ersten bilden zahlreicheSchriften zur Geschichte des Franziskanerordens. (1796 trat Binterim in den Fran-ziskanerorden ein, dem er sich verbunden fühlte, 1803 wurde er - gegen seinenWillen - infolge der staatlichen Konventsaufhebungen zumindest de facto Säku-larkleriker.) Ein zweites Schwergewicht der Sammlung liegt auf der Geschichte desErzbistums Köln. - In der Binterim-Bibliothek befinden sich nicht weniger als 16Inkunabeln.
Anton Josef Binterim wurde am 19. September 1779 als Sohn eines Schneider-meisters in Düsseldorf geboren. 1796 trat er in Düren in den Franziskanerordenein. 1802 zum Priester geweiht, kam er in den Konvent seiner Heimatstadt, derschon bald der Säkularisation zum Opfer fiel. 1805 übernahm er die Pfarrstelle imschon seit dem Mittelalter zu Düsseldorf gerechneten Bilk. Obwohl nun faktischSäkularkleriker, hat sich Binterim bis zu seinem Tode als Mendikant gefühlt. (Erfeierte sogar sein Profeßjubiläum.) Bis an sein Lebensende führte er gelegentlichseinen Ordensnamen "Flosculus" als dritten Vornamen. 1821 wurde er in Würz-burg zum Doktor der Theologie promoviert; 1852 machte ihn die Universität Leu-ven zum Doktor des Kirchenrechtes. Binterim erhielt 1824 durch Leo XII. den
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