EINBANDE
Der äußere Eindruck des Inkunabelbestandes der Universitäts- und Landesbiblio-thek Düsseldorf wird durch die Einbände der vier ehemaligen Klosterbibliothekendes Zisterzienserklosters Altenberg, des Kreuzbrüderkonvents Düsseldorf, desKreuzbrüderkonvents Marienfrede sowie der Benediktinerabtei Werden geprägt.Diese machen den größten Teil des Bestandes aus. Daneben findet sich - vor allemauf den zahlreichen Kölner Drucken - ein größere Anzahl von Einbänden aus zu-meist weltlichen Kölner Buchbinderwerkstätten, die Kyriß in seinem Stempelreper-torium gotischer Einbände bereits näher beschrieben hat.
Ausgesprochene Seltenheiten oder Kostbarkeiten, wie Goldschmiedeeinbände, gold-geprägte Einbände oder Lederschnittbände sind im Düsseldorfer Bestand nicht ver-treten, Glücklicherweise hat man in Düsseldorf nicht - wie im 19. Jahrhundertmanchenorts geschehen - Sammelbände auseinandergerissen und damit ihrer Ein-bände beraubt.
Der Erhaltungszustand der Bände ist oft mangelhaft: Fast immer fehlen ein oderzwei Schließen sowie Deckelbeschläge, oft fehlt der Lederbezug des Buchrückens.Die Restaurierungen des 19. Jahrhunderts, meist mit billigem Spaltleder ausge-führt, haben zur Gesamterhaltung der Bestände wenig beigetragen. Im folgendensoll auf die ursprünglichen Einbände der drei quantitativ und qualitativ bedeutend-sten Vorbesitzer eingegangen werden.
Eine eigene Buchbinderwerkstatt der Zisterzienserabtei Altenberg ist urkundlichnicht gesichert. Mosler macht lediglich Aussagen über die Praxis, das Material de-fekter Einbände wieder zu verwenden, sowie über die Abnutzung der Bände infolgestarker Benutzung. Die intensive Benutzung der Altenberger Bibliothek läßt sicham heutigen - durchweg schlechten - Zustand der Bände deutlich ablesen.
Wenngleich ein urkundlicher Beleg für die Altenberger Werkstatt also nicht exi-stiert, so ist ihre Existenz doch unbestreitbar. In den Stempelrepertorien von Kyrißund Schunke/Schwenke I ist sie jedoch nicht erfaßt. Auf den Inkunabel-Einbändenaus Altenberg kommen ca. 20 verschiedene Einzelstempel vor, meist mit den gän-gigen Motiven gotischer Einbandstempel, wie Adler, Lilie, Löwe, Rosette u.a. Als"Leitstempel" ist ein Schriftstempel mit einem bekrönten "a" zu bezeichnen; her-vorzuheben ist auch ein Motiv "Christuskopf" (nicht umrandet) sowie ein David-stern in herzförmigem Schild, umkränzt von einfachen Mäandern. Die meisten Ein-
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