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Inkunabelkatalog / Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
Entstehung
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ALLGEMEINE CHARAKTERISTIK DERINKUNABELSAMMLUNG

Der Gesamtbestand in der Universitäts- und Landesbibliothek beträgt unter Ein-schluß von 162 Mehrfachexemplaren 980 Inkunabeln. Hinzu kommen 18 ebenfallsim Katalog sorgfältig verzeichnete Fragmente, so daß sich die Zahl von 998 Titelnergibt. Unter den Inkunabeln sind nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand der GW-Redaktion einige wenige als "Unica" zu werten. Unter den Fragmenten befindensich als kostbare Zeugnisse ältesten Buchdrucks bzw. als seltene Relikte ausgespro-chener "Verbrauchsliteratur" u.a. ein Fragment des 30zeiligen Ablaßbriefes (6.Druck) von 1454 (GW 6555) und zwölf Fragmente verschiedener Donatausgaben,von denen nach heutigem Forschungsstand 10 als ausschließlich in dieser Samm-lung überliefert gelten.

Bereits von den Druckorten her ist der Bestand durch die Anschaffungsgepflogen-heiten der klösterlichen Vorbesitzer sehr stark regional niederrheinisch geprägt.Köln ist der mit weitem Abstand am meisten vertretene Druckort. Allein über 80Inkunabeln des Kölner Erstdruckers Ulrich Zell sind vorhanden. Besonders erwäh-nenswerte Drucke anderer Offizinen sind u.a. ein vollständiges, koloriertes Exem-plar der westniederdeutschen Kölner Bilderbibel (KBE / GW 4308) und ein extremseltenes Exemplar der Erstausgabe von Wierstraets Geschichte der Belagerung derStadt Neuss (Borchling-Claussen 16). Insgesamt sind die Rheinstädte (aufwärts bisBasel einschließlich), aber auch die gesamten Niederlande unter den Druckproveni-enzen sehr stark repräsentiert.

Ein ganz besonderes Schwergewicht liegt in den östlichen Niederlanden. Allein 55Inkunabeln stammen aus Deventer. Die oberdeutschen Druckorte (mit Ausnahmeder oberrheinischen) sind weit geringer vertreten als allgemein bei einer deutschenSammlung dieser Größenordnung zu erwarten ist. Der Prozentualanteil von Parisentspricht kaum dem bei einer rheinischen Sammlung zu erwartenden. Von denitalienischen Druckorten ist Venedig mit über 70 Inkunabeln vertreten (daruntersind 4 Drucke des für Düsseldorf wichtigen Johannes Manthen von Gerresheim,der zusammen mit Johannes de Colonia druckte). Die übrigen italienischen Inkuna-belstädte sind sehr schwach vertreten (z.B. Rom: 3 Drucke, Mailand: 1 Druck -keine Inkunabeln aus Bologna und Florenz). Trotz der im 15. Jh. noch immerengen niederrheinisch-englischen Beziehungen sind die (an sich seltenen) englischenInkunabeln im Düsseldorfer Bestand mit keinem einzigen Titel vertreten.