bände aus dem Altenberger Bestand - ob dort gebunden oder nicht - sind ehemaligeKetteneinbände; einige tragen Titelschilder auf dem Vorderdeckel, Signaturschilderschienen bei einer Kettenbibliothek entbehrlich.
Der Anteil von Altenberger Einbänden am Gesamtbestand mit Altenberger Prove-nienz ist relativ gering: Zahlreiche Kölner Kleriker brachten ihre von Kölner Buch-bindern (auch weltlichen) gebundenen Bände in den Altenberger Bestand mit ein.
Ob zwischen den Buchbindereien von Altenberg und der seines "Tochterklosters"Kentrop (bei Hamm) ein wie auch immer gearteter Zusammenhang bestand, ist un-klar. Die Kentroper Bände lassen sich anhand eines bei Schunke/Schwenke I nichterfaßten Einzelstempels "Greif" (nach links) identifizieren.
Die Existenz einer Buchbinderwerkstatt im Düsseldorfer Kreuzbrüderkonvent ist ur-kundlich nicht belegt, faktisch aber unübersehbar, da ein erheblicher Teil derBände den Schriftstempel "lib(er) cruciferoru(m) i(n) dus(s)eldorp" trägt. Für einesolch klare Besitz- und Herkunftsbezeichnung auf Inkunabeleinbänden finden sichim Stempelrepertorium von Schunke/Schwenke I nur sehr wenige Beispiele. DerStempelvorrat der Buchbinderei der Kreuzbrüder ist dort nur lückenhaft erfaßt. Ne-ben den elf aufgeführten Stempeln mit den weitverbreiteten Motiven Adler, Greif,Hirsch, Lamm etc. sind auf den Düsseldorfer Inkunabeln mindestens zehn weitereStempel zu finden, darunter ein Storch, zwei Hunde (gegenseitig), eine Maria mitKind sowie eine Darstellung der hl. Barbara.
Auch bei den Kreuzbrüdern in Düsseldorf herrschte der verbreitete Brauch, Hand-schriftenblätter als Makulatur für Vorsätze zu gebrauchen; die Bände tragen keineSignatur- oder Titelschilder. Außer für den Eigenbedarf des Klosters arbeitete dieWerkstatt des Kreuzbrüderkonvents auch für das Düsseldorfer Marienstift. Dies istanhand verschiedener Beispiele, das bekannteste ist das "Kölner Missale" von1487, eindeutig belegbar. Darüber hinaus befinden sich auf Einbänden des Marien-stiftes jedoch auch Stempel, die in den Stempelrepertorien nicht erfaßt sind, aberauch nicht aus dem Vorrat der Kreuzbrüder stammen.
Die Bände aus dem Marienfreder Kreuzbrüderkonvent sind dank des ihnen eigen-tümlichen Brandkreuzes auf dem Kopfschnitt im Düsseldorfer Inkunabelbestand be-sonders leicht ausfindig zu machen. Sie bilden mit rund 150 Titeln einen erhebli-chen Teil des Gesamtbestandes. Auf dem größten Teil der Marienfreder Inkunabelnbefinden sich - durchweg recht gut erhaltene - Einbände aus der Werkstatt derKreuzbrüder. Eine "camera pro ligatura librorum" wird in einer Urkunde von 1456erwähnt. Im Stempelrepertorium von Schunke/Schwenke I werden 14 Einzelstem-
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