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Inkunabelkatalog / Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
Entstehung
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päpstlichen Orden vom goldenen Sporn und wurde 1826 von der Römischen Aka-demie zu ihrem Mitglied ernannt. Kirchenpolitische Bedeutung hatte seine Beteili-gung am Hermesianismus-Streit wie am Kölner Mischehenstreit. Er vertrat in bei-den Fällen den streng kirchlichen Standpunkt. Mit seinem Kölner Oberhirtenbrachten ihn seine antiepiskopalen Tendenzen (vor allem in seinen historischen Ar-beiten) in Spannungen. Binterim trat auch politisch hervor und wurde 1848 (vonNeuss, nicht von Düsseldorf!) in den Preußischen Landtag gewählt. Als Historikerhat Binterim die allergrößten Verdienste um die Erforschung der Kölner Bistums-geschichte. Er war Mitbegründer des Historischen Vereins für den Niederrhein. Erstarb am 17. Mai 1855 in Bilk infolge einer Lungenlähmung, die sich derpflichtbewußte Priester und Seelsorger durch allzu große Anstrengungen zugezogenhatte.

Die Binterim-Bibliothek, die neben 16 Inkunabeln unter ihren Manuskripten auchdie handschriftliche Chronik der kölnischen Franziskanerprovinz enthält, wurdedurch sein Testament zunächst dem Vermögen einer von ihm für die Pfarrei St.Martin in Bilk gestifteten Vikarie zugedacht. Die unersetzliche Sammlung bliebwohl deshalb geschlossen erhalten, weil die Möglichkeit einer Vererbung in derFamilie für Binterim ausgeschlossen war. (Von seinen beiden Brüdern war der eine- ebenfalls katholischer Priester - vor ihm verstorben. Der andere war zum evange-lischen Glauben übergetreten, nach der gewiß parteiischen Ansicht des Bilker Pfar-rers ausschließlich, um sein gesellschaftliches Ansehen bei den preußischen Behör-den zu fördern.) - Unter den 16 Inkunabeln, die der Bilker Pfarrer erworben hat,befinden sich zwei lateinische Vollbibeln und sechs liturgische Werke. Letztereverteilen sich auf drei Missalien, ein Brevier und zwei Agenden'. Diese Agenden,beide heute sehr seltene Drucke, stammen aus dem Vorbesitz des Pfarrers,Historikers und Inkunabelforschers Johann Heimich Niesert (1766-1841). Binterimhat sie offenbar käuflich aus dessen Nachlaß erworben.

H. Schrörs: Kirchliche Bewegungen unter dem kölnischen Klerus im Jahre 1848. 1. Teil. In: Annalendes Historischen Vereins für den Niederrhein 105 (1921), S. 1-74, hier S. 31-71 (Abschn. "Binterimund die Düsseldorfer Adresse"); H. Dausend: Anton Jos. Flosculus Binterim. In: Liturgische Zeit-schrift 1 (1929), S. 198-199; Ders.: Binterim und der Franziskanerorden. In: Annalen des Histori-schen Vereins für den Niederrhein 116 (1930), S. 148-154; C. Schönig: Anton Josef Binterim (1779-1855) als Kirchenpolitiker und Gelehrter. Düsseldorf 1933. (Veröffentlichungen des HistorischenVereins für den Niederrhein. 5.); W. Kullmann: Literarisch-freundschaftliche Beziehungen zwischenMarzellin Molkenbuhr und Anton Joseph Binterim. In: Franziskanische Studien 20 (1933), S. 130-144; Ders.: Anton Josef Binterims Pfarrkonkurs. In: Ebenda 27 (1940), S. 1-21.

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