lern van der Lindt wurde 1525 in Dordrecht als Sohn des dortigen Bürgermeistersgeboren. Von 1554 bis 1557 war er Theologieprofessor an der neugegründetenUniversität Dillingen; vorausgegangen waren Priesterweihe und Licentiatenpromo-tion in Leuven. 1561 wurde er erster Bischof der 1559 errichteten Diözese Roer-mond, konnte sein Amt aber erst 1569 antreten. Bei der Synode der Utrechter Kir-chenprovinz 1565 trat Lindanus entschieden für die dann auch erfolgte Anerken-nung der Beschlüsse des Konzils von Trient ein. Bis zu seiner Vetreibung ausRoermond durch den Anschluß Obergelderns an den niederländischen Aufstand1578 wirkte er dort sehr erfolgreich, war aber nicht nur bei den Reformierten, son-dern auch bei einem Teil der auf Erhaltung der vortridentinischen Verhältnisse be-dachten Katholiken verhaßt. Lindanus hat dann in persönlichen Gesprächen in Romund Madrid versucht, Papst Gregor XIII. und König Philipp II. von seiner Sichtder niederländischen Verhältnisse zu überzeugen. 1588 wurde er offiziell durchPapst Sixtus V. zum Bischofssitz von Gent transferiert. Lindanus starb noch imgleichen Jahr am 2. November in seiner neuen Bischofsstadt. Für die Nachwelthatte er größte Bedeutung als Verfasser theologischer, besonders kontroverstheo-logischer Schriften in lateinischer und niederländischer Sprache. Die Inkunabelnaus seinem Besitz gelangten über den Augustinereremitenkonvent Marienthal nachDüsseldorf.
Eine vom Kölner Erstdrucker Ulrich Zell 1473 gedruckte Ausgabe des "Dialogusmiraculorum" des Caesarius von Heisterbach (editio princeps) stammt aus demVorbesitz des Aegidius Gelenius (1595-1656). Aegidius Gelenius kann zusammenmit seinem älteren Bruder Johannes (1585-1631) als eigentlicher Begründer derrheinischen Kirchengeschichtsforschung angesehen werden. Seinem unermüdlichenSammlerfleiß ist die Erhaltung zahlreicher Quellentexte zu verdanken. Den 5 ihmvon seinem Bruder hinterlassenen handschriftlichen Bänden der "Farragines" fügteer 25 weitere hinzu, so daß der größte Teil dieser historiographischen Sammlung(heute im Historischen Archiv der Stadt Köln) von ihm stammt. Der von der älte-ren Forschung gegen ihn erhobene Vorwurf der Kritiklosigkeit muß heute zumin-dest relativiert werden. Seit 1653 war Aegidius Gelenius Auditor der Kölner Nun-tiatur. Er starb am 24. August 1656 in Osnabrück, wo er in seinem letzten Lebens-jahr das Amt des - gemäß dem Westfälischen Frieden vom Kölner Erzbischof ein-gesetzten - Weihbischofs bekleidete. Die zahlreichen Marginalglossen in der Caesa-rius-Ausgabe stammen mit größter Wahrscheinlichkeit (Schriftvergleich mit demAutograph der "Farragines") von Aegidius Gelenius selbst.
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