nerkonvent (dem sog. "Olivenkloster") und dem Neusser Franziskanerkonvent.Zwei Inkunabeln stammen aus der Xantener Kapuzinerniederlassung und eine ausdem Kollegiatsstift St. Martin in Wissel. Bezeichnenderweise stehen solchen links-rheinischer Provenienz keine Beispiele aus rechtsrheinischen Männerkonventen ge-genüber.
Selbstverständlich gelangten auch einzelne Wiegendrucke aus außerrheinischen Reli-giosenhäusern in die Düsseldorfer Sammlung, denen aber hier kein eigener Ab-schnitt gewidmet wird. Aus dem rheinhessisch-pfälzischen Raum, den man zumin-dest gegenwärtig nicht dem Rheinland zurechnet, sind Ordensniederlassungen inMainz (Jesuiten) und Alzey (Franziskaner) zu nennen. Einen ganz gewiß außerrheini-schen Vorbesitzer stellt der Franziskanerkonvent im mainfränkischen Miltenbergdar.
Die Provenienzeinordnung von Inkunabeln aus niederländischen Klöstern, Konven-ten und Stiftern schafft historische, besser historiographische Probleme. Diese be-ruhen allesamt auf zwei Tatsachen: Der Begriff der Niederlande ist sehr alt, wäh-rend derjenige der Rheinlande sehr jung ist. Das zweite Faktum erscheint nochschwieriger mit der modernen Terminologie zu vereinbaren. Bis weit ins 16. Jahr-hundert hinein wurde der größte Teil des heutigen Rheinlandes den Niederlandenzugerechnet, zumindest das gesamte linksrheinische Gebiet bis zum das BreisigerLändchen durchschneidenden Vinxtbach. Zur Berücksichtigung beider Faktenkommt noch eine weitere Komplikation hinzu. Bis zur Schaffung des Niederländi-schen Staates durch die burgundischen Herzöge, vielleicht sogar bis zum Ende desFürstbistums Lüttich (1794) hatte das Maasland starke "Ostkontakte", aber wenigIntegration in den von Flandern, Brabant und Holland gebildeten niederländischenKernraum erlebt. So seien im Folgenden zunächst die maasländischen, dann diewestniederländischen Vorbesitzer von Düsseldorfer Inkunabeln aufgezählt.
Ein Wiegendruck stammt aus dem Schwesternhaus (Augustinerchorfrauenstift) vonHörne, dem früheren Hauptort der gleichnamigen Grafschaft am linken Ufer derMaas. Einer stammt aus der Kartause Unserer lieben Frau von Bethlehem in Roer-mond. Er wurde dort wohl geraubt, als die Truppen Wilhelms des Schweigers ge-gen dessen Willen die Mönche ermordeten und das Kloster plünderten, und späterist er am linken Niederrhein zum Verkauf angeboten worden. Eine Inkunabelstammt aus dem bedeutendsten Beginenhof von Nijmegen, der als Franziskanerter-tiarinnenkonvent in der Neuzeit fortbestand. Aus dem Prämonstratenserstift Bernein Nordbrabant, in der Nähe der früh verlorenen klevischen Enklave Heusden gele-gen, stammt ebenfalls ein einziger in Düsseldorf aufbewahrter Wiegendruck.
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