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Inkunabelkatalog / Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
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39; W. Stüwer: "Pro liberaria et scriptoria". Aus der Bibliotheksgeschichte der Abtei Werden. In:Zweihundert Jahre Landes- und Stadtbibliothek Düsseldorf 1770-1970. Düsseldorf 1970, S. 99-107;Ders.: Die Reichsabtei Werden an der Ruhr. Berlin 1980. (Germania sacra. NF. 12.) Bes. S. 56-86(Abschn. "Bibliothek").

18. Kleinere Frauenkonvente

Einzelne Düsseldorfer Inkunabeln stammen aus kleineren religiösen Frauengemein-schaften, die - jeweils isoliert betrachtet - scheinbar wenig historische Bedeutunghatten. Ihre geschichtliche Existenz ist außerdem oft sehr schwer konkret zu fassen.D.h., ihr Dasein ist belegt, aber die Art und Weise ihres religiösen Lebens er-scheint häufig schwer durchschaubar. Der Grund liegt einfach darin, daß die mei-sten dieser "Schwesternhäuser" zumindest bis zum Ausgang des Mittelalters überkeine wirklich feste Zuordnung zu einer Ordensgemeinschaft verfügten. Die Um-wandlung einer dem Zisterzienserorden zugehörigen Mönchsabtei zu einem Regu-larkanonikerstift des Prämonstratenserordens hätte in der Regel einen kirchenpoliti-schen Skandal verursacht. Ging ein kleines "Zisterzienserinnen"-Kloster aber, sozu-sagen über Nacht, zur Prämonstratenserregel über und wechselte im Folgejahr wie-der zurück zur Regel des hl. Bernhard, so interessierte dies kaum die mit der Seel-sorge betrauten Leutpriester der Umgebung, geschweige denn den Bischof oder dieden Ordenskapiteln präsidierenden Äbte. Meist waren die kleinen Frauenklösterden Orden, deren Lebensweise sie praktizierten, überhaupt nicht kirchenrechtlichinkorporiert, sondern bestenfalls Einzelklöstern affiliert, wenn deren Äbte sichdazu herabließen.

Da die sozial- und kirchengeschichtliche Rolle, die die vielen Schwesternhäuserschon auf Grund ihrer großen Zahl spielten, aber ständig unterbewertet wird, sollensie hier wenigstens erwähnt werden. Ihre Bedeutung für die Bildungs- und Biblio-theksgeschichte ist nämlich insgesamt gewiß größer als das Ansehen, das die Ein-zelinstitutionen in diesen historischen Disziplinen bislang besitzen. Rein zahlenmä-ßig fallen die den Schwesternhäusern (außer den bereits oben genannten in Kentropund Rath) sicher zuzuordnenden Wiegendrucke in der Universitäts- und Landesbi-bliothek Düssseldorf kaum ins Gewicht.

Ein Wiegendruck stammt aus dem Augustinerchorfrauenstift Marienberg inBocholt. Dieses Schwesternhaus wurde kurz vor 1450 gegründet, nachdem inBocholt schon zwei Frauenklöster existierten, nämlich das "Weiße Kloster" (Fran-ziskanerregel) und das "Schwarze Kloster" (Dominikanerregel). Marienberg, ur-sprünglich ein Konvent der Schwestern vom Gemeinsamen Leben, glich sich mehr

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