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Inkunabelkatalog / Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
Entstehung
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1786 käuflich die rund 3000 Bände umfassende Bibliothek des Richters Weise ausMoers. 1793 ließ Abt Bierbaum neue Bibliotheksregale anfertigen, die aus künstle-rischen wie praktischen Gründen viel bewundert wurden und später als wertvollesSäkularisationsgut nach Düsseldorf geschafft wurden. Auch der letzte Abt vonWerden, der aus Aachen stammende Beda Savels (1798-1802/3), zeigte großes In-teresse an der Klosterbibliothek, nicht zuletzt weil er selbst in früheren Jahren Ar-chivar und Bibliothekar der Abtei gewesen war.

Die Säkularisation der Reichsabtei wurde von Brandenburg-Preußen bereits begon-nen, bevor die erst durch den Reichsdeputationshauptschluß (25.2.1803) gegebenerechtliche Möglichkeit dazu bestand. Bereits am 6. Juni 1802 nahm der preußischeKönig gegen den Protest des Abtes, aber ohne Zwischenfälle das Stift Werden inBesitz. Die Klosterbibliothek zählte zu Beginn des Jahres 1803 rund 11000 Drucke.(Die Anzahl der Handschriften ist unbekannt.) Bereits im Frühjahr 1803 wurden 14oder nach anderer Quelle 15 Kisten mit Büchern, die der Duisburger ProfessorGrimm ausgewählt hatte, nach Münster geschafft, wo eine erhebliche Anzahl derBände im zweiten Weltkrieg mit einem großen Teil des Altbestandes der dortigenUniversitätsbibliothek durch Brand vernichtet wurde. Der in Werden verbliebeneBibliotheksbestand wurde erst von staatlichen Stellen erfaßt, nachdem das ehema-lige Reichsstift schon lange von Preußen an das Großherzogtum Berg abgetretenworden war. Im Juni 1811 erhielt der Düsseldorfer Bibliothekar Schräm den Auf-trag, die Reste der Werdener Bibliothek durchzusehen und zu bewerten. 1300 Bän-de wurden nach Düsseldorf geschafft; die neueren juristischen Bände wurden ver-kauft, und die Lateinschule in Werden und eine neugegründete Pastoralbibliothekfür die Werdener Priester erhielten ihren Anteil aus dem weniger alten Bestand.Aus dem nach Düsseldorf verbrachten eigentlichen Bibliothekskern wurden späternoch einzelne Zimelien - Handschriften, keine Inkunabeln - für die Königliche Bib-liothek in Berlin und für die 1818 (wieder)neugegründete UniversitätsbibliothekBonn ausgesondert.

F.C.L. Meyer: Werden und Helmstedt, ehemalige kaiserliche freie und unmittelbare exempte Abtei-en. Düsseldorf 1836; A. Schuncken: Geschichte der Reichsabtei Werden a.d.Ruhr. Köln 1865; W.Crecelius: Bericht des Abtes Konrad II. von Werden über das Eindringen der Reformation in dasStift. In: Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins 7 (1871), S. 87-94; P. Jacobs: WerdenerReichskammergerichts-Klagen. In: Beiträge zur Geschichte des Stiftes Werden 8 (1901), S. 23-151;R. Kötzschke: Studien zur Verwaltungsgeschichte der Großgrundherrschaft Werden an der Ruhr.Leipzig 1901; W. Langenbach: Stift und Stadt Werden im Zeitalter des dreissigjährigen Krieges. In:Beiträge zur Geschichte des Stiftes Werden 15 (1911), S. 1-145; P. Jacobs: Zur Einführung derPreußischen Verwaltung im Gebiet der ehemaligen Reichsabtei Werden. In: Ebenda 16 (1913), S. 5-

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