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Inkunabelkatalog / Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
Entstehung
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des Herzogs von Jülich-Kleve-Berg hinnehmen, die erhebliche Mißstände in Haus-haltsführung und Verwaltung aufdeckten. Sein Nachfolger, Abt Heinrich Duden(1573-1601), verdankte sein Amt der mehr als massiven Einmischung der herzogli-chen Beamten in die Wahl des Konventes. Immerhin ist die persönliche Sorge desAbtes um die Klosterbibliothek, die unter seinem Vorgänger im zweiten Teil seinerAmtszeit (nach dem Tode des Cincinnius) scheinbar völlig erloschen war, wiederdeutlich nachzuweisen. Sie wird durch archivalische Zeugnisse ebenso wie durchEintragungen in erhaltene Bände der ehemaligen Werdener Bibliothek belegt.Große Ausgaben wie in der wissenschaftlich aktiven Zeit Werdens vor 1555 hat dasKloster während seines Abbatiats aber für die Bibliothek nicht mehr aufgebracht.Wahrscheinlich verfielen unter Abt Heinrich Duden Scriptorium und klösterlicheBuchbinderei endgültig, die mit dem Einzug der Devotio moderna nach 1474 nocheinmal eine Regeneration erlebt hatten.

Seit dem 16. Jahrhundert wurde die Werdener Bibliothek zu einer Fundgrube derGelehrten. Um 1550 durchstöberte der Humanist und "reformkatholische" Theolo-ge Georg Cassander (1518-1556) die Klosterbibliothek. Er fand dort den Codex ar-genteus der Wulfila-Bibel, der sich schon um 1600 nicht mehr in Werden befand.Anfang des 17. Jahrhunderts und nochmals während des Dreißigjährigen Kriegeslagerte die Abtei St. Ludger Teile ihrer Archiv- und Bibliotheksbestände nach Kölnin die Benediktinerabtei St. Pantaleon aus, wo sie teilweise bis nach 1670 verblie-ben. 1646 besuchte der Kölner Kirchenhistoriker und spätere Weihbischof von Os-nabrück Aegidius Gelenius (1595-1656) die Bibliothek in Werden. Um 1650 er-schien dort Friedrich Gronovius (1611-1671), Professor in Deventer, der sich be-sonders für die vorhandenen Inkunabeln interessierte. Seine Notizen über den Wer-dener Wiegendruckbestand übergab er dem münsterischen Domdekan Bernhard vonMallinkrodt (1591-1664), dem Begründer der Inkunabelforschung.

Die Neublüte Werdens seit dem Abbatiat von Heimich Dücker (1646-1667) undAdolf Boreken (1667-1670) kam auch der Bibliothek zugute. Die Mauriner Ed-mond Martene und Ursine Durand, die Werden 1718 besuchten, nannten in ihrem1717/24 in Paris erschienenen Reisebericht ("Voyage litteraire de deux religieuxbenedictins") die dortige Bibliothek "une des meilleures qu'il y ait dans le pais"(Second Voyage, 1724, p. 231).

Die Werdener Mönche pflegten und erhielten ihre Bibliothek bis zum erzwungenenEnde ihrer Abtei. Im Falle Werdens kann gewiß keine Rede davon sein, daß dieBuchbestände durch die Säkularisation gerettet worden wären. Der vorletzte Abtvon Werden, der aus Dorsten stammende Bernhard Bierbaum (1780-1798), erwarb

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