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Inkunabelkatalog / Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
Entstehung
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Seitdem hielt der Geist der Devotio moderna unter den Äbten Dietrich Hagedorn(1477-1484) und Antonius Grimholt (1484-1517) seinen Einzug in Werden. AuchBibliothek und Scriptorium erlebten eine neue Blüte. Politisch wurde die Anleh-nung an den klevischen Herzogshof, dem ja durch die Grafschaft Mark die Schirm-vogtei zukam, immer enger. Im kirchlichen Bereich kam es zu Jurisdiktionsstreitig-keiten mit den Kölner Erzbischöfen, die die Exemptionsansprüche Werdens be-kämpften.

Unter dem in Lippstadt (Kondominium von Kleve-Mark mit der Grafschaft Lippe)geborenen Abt Grimholt trat spätestens 1506 der ebenfalls aus Lippstadt stammen-de Humanist Johannes Cincinnius (eigentlich "Kruyshaer") in den Dienst des Klo-sters, in dem er bis zu seinem Tode verblieb. Cincinnius war zunächst Schreiberund arbeitete in der Kellnereiverwaltung der Abtei. Später verwaltete er Bibliothekund Archiv. Die Bibliothek wurde unter ihm wohl systematisch durch Neuerwer-bungen bereichert wie auch neu mit Lesepulten, Bänken und sonstigem Mobiliarausgestattet. Von den heute in Düsseldorf erhaltenen Werdener Inkunabeln scheintein beträchtlicher Teil während seiner Amtszeit als Bibliothekar und nicht schon im15. Jahrhundert für die Abtei erworben worden zu sein. Cincinnius, der Priester,aber nie Benediktinermönch wurde, starb 1555. Seine Privatbibliothek vermachteer dem Kloster Werden (s.u. Abschn. II. 1).

Abt Johannes von Groningen (1517-1540) kämpfte nach Kräften, um die Reforma-tion nicht nur von der Abtei, sondern auch von ihrem Herrschaftsgebiet fernzuhal-ten. Abt Hermann von Holten (1540/42-1572) war von Johannes von Groningen alsNachfolger gewünscht worden, obwohl er zum Zeitpunkt seiner Wahl das jüngsteKonventsmitglied war. Er hatte den (von ihm selbst sehr gepflegten) Ruf der Ge-lehrsamkeit, und er erhielt - in der durch den geldrischen Erbstreit sehr ange-spannten politischen Lage - die Temporalienbelehnung durch Karl V. auf persönli-che Verwendung des westfälisch-niederrheinischen Humanisten und Kölner Kir-chenreformers Johannes Gropper (+1559 als designierter Kardinal). Hermann vonHolten, der mit seinem Familiennamen "Kellernberch" hieß, nannte sich - nachHumanistenmanier - stets mit seiner gräzisierten Herkunftsbezeichnung "Xylonius",und als "Hermannus Xylonius Abbas" erscheint er auch in manchen Besitzeintra-gungen von Bänden der ehemaligen Klosterbibliothek.

Nach der Mitte des 16. Jahrhunderts ging Werdens humanistische Blütezeit schnellihrem Ende entgegen. Zunächst waren es die äußeren Grundlagen der geistigenBlüte der Abtei, die durch den fortschreitenden Autoritätsverlust des Abtes Her-mann von Holten gefährdet wurden. Dieser mußte schließlich Kontrollmaßnahmen

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