Büchern. In: Bonner Beiträge zur Bibliotheks und Bücherkunde 14 (1966), S. 25-65; Ders.: Studienzur Geschichte der Siegburger Abteibibliothek. Mit einem Beitrag von J. Vennebusch. Siegburg 1974.(Siegburger Studien. 8.); E. Wisplinghoff: Die Benediktinerabtei Siegburg. Berlin 1975. (Germaniasacra. NF. 2.) Bes. S. 18-20 (Abschn. "Bibliothek").
17. Benediktinerabtei Werden
Aus der ehemaligen Reichsabtei St. Ludger in Werden stammen knapp 60 der Düs-seldorfer Inkunabeln. Das Kloster Werden wurde kurz vor 800 von dem FriesenLiudger (+809), dem seit 804 ersten Bischof von Münster, gegründet. (Ursprüng-lich hatte die Abtei ein Salvatorpatrozinium, das seit dem 9. Jahrhundert allmählichwenigstens praktisch durch das Patrozinium des bald nach seinem Tode als Heili-gen verehrten Gründers - schon um 850 Nebenpatron - verdrängt wurde.) DieGründung Werdens kann als der Schlußpunkt der angelsächsischen Mission imdeutschen Nordwesten aufgefaßt werden. Das an der Grenze des fränkischen undsächsischen Gebietes gelegene Kloster, dessen Scriptorium noch in hochkarolingi-scher Zeit an der sog. angelsächsischen Spitzschrift festhielt, hatte den wesentlichenTeil seiner ursprünglichsten materiellen Grundausstattung im linksrheinischen Ge-biet. Es handelte sich um die von Liudger selbst erworbenen Güter gegenüber derRuhrmündung und beiderseits der unteren Erft gegenüber dem heutigen Düsseldorf.Werden hat seine angelsächsische Prägung ganz seinem Gründer zu verdanken.Liudger, der in York bei Alcuin studiert hatte, soll auch die ältesten Handschriftender Werdener Klosterbibliothek aus Nordengland mitgebracht haben. Werden, nachKaiserswerth wohl die älteste monastische Gründung des Rheinlandes auf der rech-ten Stromseite, hat mehrere besondere Blütezeiten erlebt, die zumeist auch die Blü-te von Bibliothek und Scriptorium bedingten.
877 erhielt die Abtei durch König Ludwig III. Königsschutz und Immunität. Diesevon späteren Herrschern erneuerte Privilegierung war - anders als bei vielen Klö-stern - im Falle Werdens tatsächlich, wie freilich erst die Geschichte vieler Jahr-hunderte erweisen sollte, die Wurzel späterer Reichsfreiheit. Die Abtei, die sichAnfang des 11. Jahrhunderts - wahrscheinlich auf massiven Druck Kaiser HeinrichsII. - der Gorzer Reform anschloß, hat über Jahrhunderte den hohen Stand ihrerBuchkultur bewahrt. Besondere Verdienste um das Scriptorium und damit die Bi-bliothek erwarb sich u.a. im 12. Jahrhundert Abt Wilhelm I. (1151-1160).
Der seit der Mitte des 13. Jahrhunderts festzustellende Niedergang der Abtei Wer-den konnte trotz aller gelegentlich geäußerten Reformabsichten erst nach 1474, demJahr der Aufnahme Werdens in die Bursfelder Kongregation, überwunden werden.
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