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Inkunabelkatalog / Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
Entstehung
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In der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf befinden sich heute noch fünfInkunabeln aus dem Vorbesitz der Franziskanerinnen von Rath. Darunter sind - füreinen Tertiarinnenkonvent beinahe erstaunlich - zwei Ausgaben des Corpus IurisCivilis. Einer der Wiegendrucke, ein Sentenzenkommentar des Franziskanertheolo-gen Wilhelm von Vorillon, gelangte aus dem Vorbesitz der Kölner PatrizierfamilieRinck von Korbach in den Rather Bestand. Bei drei der fünf Inkunabeln ist das Ti-telschild der Konventsbibliothek erhalten.

Die soziale Zusammensetzung der Tertiarinnengemeinschaft war recht heterogen.Neben Vertreterinnen des Adels (v. Bottlenberg, v. Leuchtmar, v. Mallinckrodt, v.Quadt u.a.) gehörten auch Töchter von Honoratiorenfamilien rheinischer Städtezum Konvent. Die größte Anzahl der Franziskanerschwestern stammte aber zwei-felsfrei aus bäuerlichen Verhältnissen.

Der Besitz der Gemeinschaft war zumindest zur Zeit der Aufhebung des Klostersziemlich gering. Man verfügte nur über wenig ausgedehnten Grundbesitz, vor-nehmlich in der unmittelbaren Umgebung innerhalb der Gemarkung von Rath, undhat diesen teilweise selbst bewirtschaftet. Die Säkularisation 1802/03 traf in Ratheinen Konvent von 16 Schwestern, die zusammen über Jahreseinkünfte von 1173Reichstalern verfügten, von denen bezeichnenderweise ein Teil aus Zuwendungendes Landesherrn bestand. Einzelheiten über den Verbleib der Bibliothek sind nichtbekannt außer der Tatsache, daß ihr Bestand grundsätzlich an die DüsseldorferLandesbibliothek gelangte. Die letzten Schwestern verließen Rath erst 1811.

G. v. Roden: Beiträge zur Geschichte der Herrschaft Rath. In: Düsseldorfer Jahrbuch 45 (1951), S.185-215; Rath und Unterrath. Ein Beitrag zur Heimatkunde. Hrsg. vom Bürgerverein Düsseldorf-Unterrath. Düsseldorf 1967; E. Wisplinghoff: Mittelalter und frühe Neuzeit. In: Düsseldorf. Ge-schichte von den Ursprüngen bis ins 20. Jahrhundert. Hrsg. von H. Weidenhaupt. Bd. 1. Düsseldorf1988, S. 161-445, hier S. 386-388.

16. Benediktinerabtei Siegburg

1064 (oder wenig früher) gründete Erzbischof Anno II. von Köln (1056-1075) an-stelle einer von ihm in Auseinandersetzungen mit dem Pfalzgrafen gewonnenenBurg auf dem "Sigeberch" ein dem hl. Michael geweihtes Benediktinerkloster. Die-ses wurde zunächst durch Mönche aus St. Maximin bei Trier besiedelt. 1070 wur-den diese aber vom hl. Anno durch 12 Mönche aus dem italienischen Reformklo-ster Fruttuaria ersetzt. Siegburg wurde bald Zentrum einer eigenen Reform, derenAusstrahlung nicht hinter der von Reformklöstern wie Hirsau und St. Blasien

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