Universitäts- und Landesbibliothek nachzuweisen, darunter neun Inkunabeln.
W. Sauer: Urkunden und Regesten zur Geschichte des Augustiner-Eremitenklosters Marienthal beiBrünen. In: Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins 34 (1898/99), S. 179-209; J. Ramackers:Marienthal. Des ersten deutschen Augustinerklosters Geschichte und Kunst. Unter Mitarb. von J.Hessen, P. Wallraf u. A. Winkelmann. 3. neubearb. u. erw. Auflage. Würzburg 1961.
15. Franziskanertertiarinnenkonvent Rath
Die mittelalterliche Honschaft Rath umfaßte das Gebiet der heutigen DüsseldorferStadtteile Rath und Unterrath. "Zentrum" der Honschaft war aber das spätere Un-terrath, das Gebiet des alten Königshofes Rath, der 1248 (zusammen mit dem be-deutenderen Reichsgut Mettmann) an die Grafen von Berg verpfändet wurde. Spä-testens seit der Mitte des 14. Jahrhunderts bestand bei einer im frühen 13. Jahrhun-dert auf dem Königshof Rath errichteten Kapelle ein Inklusenkonvent. ÄltestesZeugnis für die Existenz der in strenger Abgeschiedenheit lebenden Frauengemein-schaft ist eine Rentenschenkung aus dem Jahre 1347. Der Stifter war der an derKapelle amtierende Priester. (Die Pfarrechte besaß in Rath noch lange die demSuitbertus-Stift zugehörige Pfarrei Kaiserswerth bzw. seit dem 15. Jahrhundert dieWalburgiskapelle zu Kreuzberg.) Wahrscheinlich seit ca. 1420, möglicherweiseschon eher, rechneten sich die Inklusen von Rath zu den Tertiarinnen des Minder-brüderordens.
Auf jeden Fall begann in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts eine Blütezeit desKonvents, dessen Patrozinium "Compassio Beatae Mariae Virginis" volkstümlich"Marien-Not" genannt wurde. (Auf das Patrozinium der Kapelle geht das heutigeder Unterrather Pfarrkirche "St. Maria unter dem Kreuze" zurück.)
Der Franziskanerinnenkonvent, dessen Mitgliederzahl im 15. Jahrhundert ca. 20Frauen betrug, um in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts zeitweilig auf über 40zu steigen, besaß eine - nach den an verschiedenen Orten erhaltenen Einzelbändenzu urteilen - recht wertvolle Bibliothek. Besonders hervorzuheben ist ein in derDiözesan- und Dombibliothek in Köln (Sign.: Dom Hs. 162) erhaltenes Plenarmis-sale, das Ende des 14., Anfang des 15. Jahrhunderts auf Pergament geschriebenwurde und dessen künstlerische Ausstattung heute sehr schlecht erhalten ist. Vor-übergehend muß der Rather Konvent auch ein eigenes Scriptorium gehabt haben.Im Pfarrarchiv von St. Lambertus in Düsseldorf wird noch heute eine Sammel-handschrift (Pfarrarchiv: Hs. 13) aufbewahrt, die 1511 im Konvent Marien-Not alsAuftragsarbeit für das Düsseldorfer Marienstift geschrieben wurde.
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