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Inkunabelkatalog / Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
Entstehung
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der Mendikantengemeinschaft. Die Observanzbewegung, die im 15. Jahrhundertfast alle Orden erfaßte, erreichte die niederrheinischen Augustinereremiten Anfangdes 16. Jahrhunderts in Gestalt der sog. Staupitzschen Reform. Während vieleKonvente der kölnisch-flandrischen Provinz der Reform beitraten, versagte sichMarienthal dieser durch Johannes von Staupitz, den Prior des AugustinereremitenMartin Luther, angeführten Bewegung. Da die Quellen über Bucherwerbungenschweigen, läßt sich nicht feststellen, ob die heute erhaltenen Inkunabeln aus Mari-enthal schon im Wiegendruckzeitalter oder erst später in die Konventsbibliothekgelangten. An käufliche Erwerbung von Drucken des 15. Jahrhunderts während des16. Jahrhunderts ist sicher kaum zu denken, da das Kloster Marienthal infolge derReformation in schwere wirtschaftliche Not geriet, die es ihm lange unmöglichmachte, aus dem Ertrag seiner Bettelfahrten ("Terminarien") Beiträge an den Gene-ral- und Provinzialprior abzuführen.

Wie sehr der Konvent am Erwerb und besonders am Rückerwerb von Büchern fürseine Bibliothek interessiert war, belegen die Bemühungen, die die MarienthalerMendikanten 1638 aufwandten, um den Handschriftenbestand ihres ehemaligenTochterkonvents in Wesel für sich zu gewinnen. Der letzte Prior des Weseler Kon-vents, Cornelius Dielmarz, hatte sich, nachdem ihm im reformierten Wesel jedeAmtsbetätigung unmöglich geworden war, in die Spanischen Niederlande in seineHeimat Gent zurückgezogen. Die Manuskripte aus der Augustinerbibliothek vonWesel hatte er vorher an sich genommen. Nach seinem Tode forderte der KonventMarienthal die Überstellung dieser Handschriften, die ihm auch schließlich vomProvinzialprior gewährt wurde. Dennoch verblieben diese mittelalterlichen Manu-skripte bedingt durch die schwierigen Transportbedingungen während der stürmi-schen Endphase des niederländisch-spanischen Krieges im Genter Augustinerere-mitenkonvent. (Von dort gelangten sie später über Umwege in die Universitätsbi-bliothek von Gent.)

Der Bildungsgrad der Konventualen von Marienthal im 17. und 18. Jahrhundertsetzte eine hinreichend ausgestattete Bibliothek voraus. Um 1650 ist unter den Mit-gliedern des Konvents sogar ein Doktor der Theologie (Aegidius Schepers) nach-weisbar, ebenso für die Zeit um 1700 (Johannes Schweitzer). Die Aufhebung desKlosters Marienthal wurde 1803 durch Brandenburg-Preußen zwar rechtskräftigveranlaßt, aber erst 1806 durch das Großherzogtum Berg praktisch durchgeführt.Die Bibliothek wurde noch in diesem Jahr durch eine staatliche Kommission, die611 Titel feststellte, eingezogen. Der Abtransport nach Düsseldorf verzögerte sichbis 1809. Ein großer Teil der Bücher aus Marienthal ist noch heute im Bestand der

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