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Inkunabelkatalog / Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
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R. Haaß: Die Kreuzherren in den Rheinlanden. Bonn 1932. (Rheinisches Archiv. 23.) S. 132-147; H.Simon: Auf der Suche nach Marienfrede. In: Unser Bocholt 7/3 (1956), S. 5-7.

14. Augustinereremitenkonvent Marienthal

Bereits zwei Jahre nach der 1256 erfolgten Vereinigung verschiedener Eremiten-kongregationen zum "Orden der Eremiten vom hl. Augustinus" wurde 1258 derKonvent Marienthal als erste Niederlassung des neuen Ordens innerhalb der Gren-zen des heutigen Deutschland gegründet. (Die Augustinereremiten, OESA, heuteauch offiziell nur Augustiner, OSA, genannt, werden im Folgenden mit demälteren Namen bezeichnet, um sie als Mendikanten deutlich vomRegularklerikerorden der nach der Augustinusregel lebenden Chorherren, früherAugustinerchorherren, zu unterscheiden.) Seine materielle Grundausstattung,nämlich Grundbesitz in Beilar, wo die Klostergebäude errichtet wurden, verdankteder Mendikantenkonvent dem Stifter Sweder von Ringenberg, einem Ritter("miles") des münsterischen Stiftsadels. Zwar verbot die Gründungsurkundejegliche Verlegung des Konvents, dennoch erfolgte 1323/25 ein Ortswechsel vonBeilar zum benachbarten "Kleinbeilar" ("lüttiken Beilardt"). Die Abgelegenheitbeider Ortslagen in den Wäldern an der Issel gab übrigens Anlaß zu einer rechtlanglebigen Anekdote. Die stadtrömischen Augustinereremiten hätten ihrenregelmäßigen Fürbitten die folgende Anrufung beigefügt: "Orate pro fratribusnostris Beylarensibus, ne devorentur a lupis". Allzu viele Mitbrüder scheinen nichtvon den Wölfen gefressen worden zu sein, denn in der ersten Hälfte des 14.Jahrhunderts war Marienthal im Stande, in der Stadt Wesel einen Tochterkonventzu gründen und dazu Konvenmalen aus dem eigenen Kloster auszusenden.

Im Zusammenhang mit der Weseler Gründung ist auch deutlich von Büchern desKonvents Marienthal die Rede. Als 1353 die Weseler Niederlassung als selbständi-ger Konvent von Marienthal abgetrennt wurde, vereinbarte man, daß die WeselerKonvenmalen binnen zehn Jahren die aus Marienthal mitgebrachten Bücher dorthinzurückgeben sollten.

Im 14. und 15. Jahrhundert wurde der Konvent durch die Landesherren, die Gra-fen, später Herzöge von Kleve sehr gefördert. Außerdem erhielt er - wie schon im13. Jahrhundert - weiterhin Stiftungen von niederrheinischen und münsterländi-schen Adelsfamilien. Schon im 14. Jahrhundert war man wirtschaftlich zu einemNeubau der gesamten Klosteranlage im Stande. Ende des 15. Jahrhunderts erwarbman von den besten Weseler Holzschnitzern hergestelltes neues Chorgestühl. DieAnzahl von 14 vorgesehenen Plätzen gibt dabei Auskunft über die damalige Größe

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