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Inkunabelkatalog / Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
Entstehung
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Das 15. und frühe 16. Jahrhundert war gewiß eine Zeit größter Blüte für die Bi-bliothek von Marienfrede. Der Konvent besaß eine eigene durch die Qualität ihrerEinbände - nicht zuletzt bei denen der Inkunabeln - nachweisbare Buchbinderei(s.u.) und ein eigenes Scriptorium. 1470 schrieb der Konventuale Gerhard Messynkvan Dingden in Marienfrede eine Isidorhandschrift ab (Universitäts- und Landesbi-bliothek Düsseldorf: Sign.: Ms. B 153). 1489 vollendete der Marienfreder Konven-tuale Lambert van Xanten eine Sammelhandschrift, die u.a. die Revelationen derhl. Mechthild von Hackeborn enthält (ebenda: Sign.: Ms. B 193). Es sind nochmehrere andere in Marienfrede entstandene Handschriften nachweisbar und teil-weise erhalten. Die bedeutendste stellt wohl eine vierbändige, sehr kostbare Bibel-handschrift auf Pergament dar, die von 1511 bis 1514 in Marienfrede vom Kreuz-bruder Hermann Roelvinck geschrieben wurde. Der Konvent schenkte sie 1661dem Großen Kurfürsten. Ihre Identifikation unter den heutigen Handschriften derBerliner Staatsbibliothek ist nicht unumstritten. Beim reichen erhaltenen Inkunabel-bestand von Marienfrede läßt sich recht häufig der Zeitpunkt der Erwerbung inner-halb des "goldenen" ersten Jahrhunderts der Konventsgeschichte genau oder (auf-grund der Einbandstempel) ungefähr bestimmen.

Im 17. Jahrhundert, in dessen Verlauf sich der Konvent geistig und auch materielllangsam erholen konnte, ist zuerst eine Schule in Marienfrede nachweisbar. Esscheint sich dabei aber nicht um eine Klosterschule im engeren Sinne gehandelt zuhaben, sondern juristisch betrachtet war dies wohl die Pfarrschule von Luikum, dievon den Konventualen betreut wurde und deren Unterricht beim Kloster stattfand.Die Pfarrei Luikum hatte seit dem späten 16. Jahrhundert meist einen Konventualenvon Marienfrede als Pfarrer, doch ist es niemals zur Inkorporation dieser Parrochiegekommen, deren Patronatsrechte beim Archidiakon von Xanten lagen.

Die staatsrechtlich seit 1803 mögliche Säkularisierung von Marienfrede erfolgtefaktisch erst nach dem Übergang des Gebietes von Brandenburg-Preußen an dasnapoleonische Großherzogtum Berg. Joachim Murat, der Schwager Napoleons,verfügte die Aufhebung des Konvents am 11.4.1806. Die Düsseldorfer Regierungwar sich des Wertes der durch glückliche Umstände dort erhaltenen Bibliothekwohl bewußt. 1807 wurde ein besonderer Befehl an den Weseler AdministratorWestermann erlassen, die reiche Büchersammlung nach Düsseldorf zu schaffen.Die Ausführung ließ dann noch bis 1809 auf sich warten. Die Überführung derBibliothek erfolgte vollständig, obwohl noch einige Konventualen bis 1812 mitDuldung der seit 1808 unmittelbar napoleonischen Regierung des Großherzogtumsin Marienfrede verblieben.

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