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Inkunabelkatalog / Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
Entstehung
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Schon 1464 wurde eine neue, größere Kirche in Marienfrede durch den münsteri-schen Weihbischof Johannes konsekriert. Im Folgejahr schlössen die Kreuzbrüdereinen Vertrag mit dem Steinmetzen Heimich von Witten, der die geplante (undspäter auch ausgeführte) Einwölbung des Kirchendaches betraf. 1510 wurden derHochaltar und zwei Nebenaltäre, errichtet 1464, durch drei neue Altäre ersetzt. DerBesitz des Konvents, der all dies ermöglichte, wuchs in den ersten Jahrzehnten ge-radezu unaufhaltsam.

1459 stiftete Rutger von Honepel (auch Schenker einer noch erhaltenen Inkunabel)eine Jahresrente aus einer Schuldverschreibung des Herzogs von Kleve. Im selbenJahr schenkt auch Otto von Wylick eine Rente für eine Seelgerätstiftung, und einMitglied der westfälisch-niederrheinischen Adelsfamilie van Stecke stiftet im fol-genden Jahr eine Rente mit 100 Gulden Grundkapital, 1561 stiften die Witwe desDerrick van Hettenscheid und Johannes Aemelongh Renten, deren Kapital in beidenFällen aus Grundbesitz bestand. Bis ins nächste Jahrhundert hielten die zahlreichenStiftungen, die oft mit Maßnahmen der Armenfürsorge kombiniert waren, fast un-vermindert an. 1503 konnte der Konvent Grundbesitz in der Stadt Rees und umdieselbe Zeit in den Städten Kleve, Xanten und Kaikar erwerben. In Etappen er-warb Marienfrede Besitz im Werther Bruch. Die Erwerbungen des Konvents er-streckten sich über das Herzogtum Kleve und das Hochstift Münster hinaus innordwestlicher Richtung in den Bereich des Herzogtums Geldern und des StiftesUtrecht und umfaßten dort städtische Liegenschaften wie ländlichen Grundbesitz.1530 war Marienfrede im Stande, dem Herzog von Kleve 400 Gulden zu leihen,die dieser für die Zahlung der Türkensteuer benötigte.

Die Anfänge der Reformation am Niederrhein 1543 bedeuteten für den geistlichenEinfluß von Marienfrede erste Rückschläge, hatten aber für den Konvent nochkeine dramatischen Folgen. Diese setzten erst ein, als 1568 das reformierte Be-kenntnis in der nahen Stadt Wesel endgültig festen Fuß gefaßt hatte. Zwar blieb derKonvent als Ganzes katholisch, aber in den siebziger Jahren des 16. Jahrhundertshaben nach Ausweis klevischer Edikte einzelne Brüder das Kloster verlassen undreformierte Prädikantentätigkeit ausgeübt.

Die wirtschaftliche Katastrophe traf den Konvent kurz nach seiner geistigen Krise.1598 verlegten die Spanier einen Teil ihrer niederländischen Armee unter Franciscode Mendoza ins neutrale Herzogtum Kleve. Schon im selben Jahr wurde Marienfre-de von ihnen geplündert. Die Aufzeichnungen der Prioren des Konvents lassen dieSchäden durch die Truppen seiner katholischen Majestät nicht weniger schrecklicherscheinen als die durch die Streitkräfte der niederländischen Generalstaaten.

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