M. Wolf: Kloster Kentrop. In: 750 Jahre Stadt Hamm. Hrsg. vonH. Zink. Hamm 1976, S. 101-124;Ders.: Kentrop. In: Westfälisches Klosterbuch 1. Münster 1992, S. 480-483.
13. Kreuzbrüderkonvent Marienfrede
Mit knapp 150 Inkunabeln stellt der ehemalige Bestand der Kreuzbrüderniederlas-sung (Conventus) Mariae Pacis bei Dingden fast ein Sechstel der heute in Düssel-dorf befindlichen Wiegendrucke dar. Er übertrifft somit noch zahlenmäßig deutlichden Bestand des zweitgrößten Vorbesitzers, des ehemaligen KreuzbrüderkonventsDüsseldorf.
Bereits 1439 hatte Johannes van Capellen seinen Besitz ten Vrede (auch "in genVrede" genannt) im Gerichtsbezirk Ringenberg den Augustinerchorherren vonSchoonhoven übergeben. Das Chorherrenstift aus der südlichen Grafschaft Hollandplante, im Gericht Ringenberg eine Tochterniederlassung mit Namen "Marienvre-de" zu errichten und hatte sich zu diesem Zwecke schon vom dortigen Landesher-ren, Herzog Adolf (I.) von Kleve, Privilegien ausstellen lassen.
Schon bald verloren die Regularkleriker von Schoonhoven aber die Lust am be-gonnenen Unternehmen, und zwar offensichtlich wegen des ihnen zu gering er-scheinenden Wertes der Grundbesitzschenkung. Sie übertrugen ihren Besitz Mari-enfrede am Johannestag 1444 dem in der Grafschaft Tecklenburg gelegenen Kreuz-brüderkonvent Osterberg. Dieser Konvent erhielt zusätzliche Landschenkungen inder Nähe von Marienfrede durch den ursprünglichen Stifter Johannes van Capellenund dessen gleichnamigen Sohn und durch die Witwe des Heimich von Orsoy, dieihren Besitz zu Tolborch stiftete. Wann genau die Kreuzbrüder von Osterberg ihreTochtergründung besiedelten, ist nicht genau feststellbar. Wahrscheinlich existier-ten schon 1448 die neuen Konventsgebäude, als das Generalkapitel der Kreuzbrüderdem Prior des Konvents von Venlo die Aufsicht über die Neugründung übertrug.Sicher bezeugt ist die Existenz von Gebäuden für das Jahr 1450.
Marienfrede erlebte eine ungewöhnlich schnell einsetzende und recht dauerhafteBlüte. Die ausgesprochene Glanzzeit des Konvents in der zweiten Hälfte des 15.und der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts ist auch der Hauptgrund für den außer-ordentlich großen erhaltenen Inkunabelbestand seiner ehemaligen Bibliothek. (Einzweiter Grund dafür liegt zweifelsfrei in der Gunst des historischen Zufalls, dereine relativ ungestörte Überlieferung des einmal angesammelten Bestandes ermög-lichte.)
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