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Inkunabelkatalog / Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
Entstehung
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+ 1269) anzusprechen ist. Aus Fröndenberg kam auch die erste Vorsteherin desKonvents. Die Nonnengemeinschaft von Kentrop folgte - wie die von Fröndenberg- von Anfang an der Zisterzienserregel. Die offizielle Aufnahme in den Orden, diefür Frauengemeinschaften seit 1228 sehr erschwert war, gelang schon 1277, undzwar sozusagen als Adoptivtochter des Mönchsklosters Altenberg, dessen Abt seit-her das Visitationsrecht im Nonnenkloster von Hamm zustand. 1290 wurde derKonvent aus der Stadt Hamm hinaus zum nahe gelegenen Hof Kentrop ("curiaKeynttorp") verlegt. 1295 wurde ebendort die neue Klosterkirche eingeweiht. Ob-wohl Kloster Kentrop besonders während seiner ersten drei Jahrzehnte vom märki-schen Grafenhaus materiell sehr gefördert wurde, ist die Zisterzienserinnengemein-schaft nie zu besonderem Reichtum gelangt. Der Grundbesitz von rund 50 Höfenreichte aber für den Unterhalt der Gemeinschaft aus, zumal eine 1460 erfolgreichdurchgeführte Klosterreform für einen bescheidenen Lebensstil sorgte. Altenbergkonnte sein Aufsichtsrecht über Kentrop bis zur Säkularisation behaupten. Die da-durch begründete enge Verbindung zur bergischen Mönchsabtei hat in den erhalte-nen mittelalterlichen Bibliotheksresten beider Konvente erkennbare, aber nicht sehrdeutliche Spuren hinterlassen.

Die Reformation, die den größten Teil der Grafschaft Mark dem lutherischen Be-kenntnis zuführte, hat das Kloster Kentrop, das nur durch den Patronat über diePfarrei Hövel enger mit seelsorglichen Aufgaben befaßt war, nicht unmittelbar ge-fährdet. Hingegen bedeutete der Erbanfall der Grafschaft Mark an das kalvinisti-sche Haus Hohenzollern (1609/14) für den Konvent, daß die landesherrliche Förde-rung durch eine eher unwillige Duldung ersetzt wurde.

Über das geistliche Leben innerhalb des Klosters existieren nicht viele Quellen, ins-gesamt scheint aber die monastische Tradition überdurchschnittlich gut (verglichenmit anderen westfälischen Frauenkonventen) bewahrt worden zu sein. Wann diegrundsätzlich bezeugte Schreibtätigkeit der Nonnen zum Erliegen kam, läßt sichzeitlich nicht bestimmen. Nachdem der Siebenjährige Krieg die Nonnengemein-schaft durch Fourageforderungen schwer geschädigt hatte, wurde die wirtschaftli-che Lage zunehmend schwieriger.

1785 verkauften die Nonnen einen Teil ihrer Bibliothek, darunter auch Inkunabeln.1804 wurde Kentrop durch Preußen formal säkularisiert, die Liegenschaften fielenaber schon 1806 vorübergehend an das napoleonische Großherzogtum Berg. Dieshob das Kloster tatsächlich erst 1808 auf. So verwundert es nicht, daß Reste derBibliothek - unter diesen freilich nur fünf Inkunabeln - nach Düsseldorf gelangten.

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