Druckschrift 
Inkunabelkatalog / Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
Entstehung
Seite
36
Einzelbild herunterladen
 

mit den Patres sehr zufrieden. Das bedeutet natürlich nicht, daß Streitigkeiten derKapuziner mit anderen kirchlichen Institutionen in Kaiserswerth ausgeschlossen wa-ren. 1782 kam es zwischen dem Konvent und dem Suitbertus-Stift zu recht erhebli-chen Differenzen. Die Ausstrahlung der Kapuzinerniederlassung zeigte sich nichtzuletzt an den durch die Patres gewonnenen Konvertiten. Die oben genannte Kapu-zinerchronik berichtet von bedeutenden Konversionen im Jahr 1672.

Aus der Kaiserswerther Kapuzinerbibliothek sind in der Universitäts- und Landes-bibliothek insgesamt neun Inkunabeln erhalten. Zwei davon gelangten als testa-mentarische Schenkung des 1667 verstorbenen Stiftskanonikers Peter Lowenberg andie Kapuziner. Bei den sieben anderen Wiegendrucken ist kein Stifter sicher festzu-stellen, doch muß als beinahe sicher gelten, daß auch diese durch Schenkungen indie Bibliothek der Kaiserswerther Bettelmönche gelangt sind. Da bei Drucken des16. und 17. Jahrhunderts aus der Kapuzinerbibliothek mehrfach KaiserswertherKanoniker als Stifter feststehen, ist die Vermutung erlaubt, daß zumindest ein Teilder nur mit kapuzinischem Besitzvermerk ausgestatteten Inkunabeln ebenfalls vonMitgliedern dieses Personenkreises geschenkt wurde.

1803 wurde der Kapuzinerkonvent des hl. Antonius von Padua in Kaiserswerth sä-kularisiert. Noch im selben Jahr wurde der Besitz der Patres einschließlich der Bi-bliothek von staatlichen Kommissionaren inventarisiert ("in temporibus hisce cala-mitosis inventarium rerum mobilium et immobilium a commissariis specialiter de-putatis erectum est"). Da die Gebäude 1804 zur Sammelstelle ("Zentralkloster")aller aus ihren Konventen vertriebenen Kapuziner des Herzogtums Berg bestimmtwurden und diese Institution bis 1835 bestand - in diesem Jahr verstarb 80j ährig alswohl letzter bergischer Kapuziner Frater Crispinian - ist schwer zu klären, zu wel-chem Zeitpunkt der größte Teil der Kaiserswerther Kapuzinerbibliothek nach Düs-seldorf geschafft wurde.

A. Jacobs: Die Rheinischen Kapuziner. 1611-1725. Münster 1933. (Reformationsgeschichtliche Stu-dien und Texte. 62.); H. Finger: Die Kapuziner in Düsseldorf, Kaiserswerth und Benrath und ihreBibliotheken. Erscheint in: Düsseldorfer Jahrbuch 66 (1996).

12. Zisterzienserinnenkloster Kentrop

Graf Engelbert I. von der Mark ( + 1277) stiftete 1270/71 im unmittelbaren Bereichseines wichtigsten Herrschaftszentrums, und zwar in der Stadt Hamm und nahe derBurg Mark, ein Frauenkloster, das in gewisser Weise als Tochtergründung desNonnenklosters Fröndenberg (gestiftet um 1230 von Engelberts Bruder Otto,

36