also seit ca. 700 - eine Bibliothek besessen haben. Unter den Resten aus der Bü-chersammlung dieses berühmten Kanonikerstiftes, die in die Düsseldorfer Landes-bibliothek gelangten, befinden sich keine Wiegendrucke. Zumindest war es nichtmöglich, im Düsseldorfer Inkunabelbestand einen Titel dem Suitbertus-Stift alsVorbesitzer zuzuweisen, so daß diese ehrwürdige Kollegiatskirche hier nicht be-handelt wird.
Gleichzeitig mit den Düsseldorfer Klöstern der "Gegenreformation" entstand 1654ein Kapuzinerkloster in Kaiserswerth, das sehr bald eine eigene Bibliothek besaß.Die handschriftliche Chronik des Kaiserswerther Kapuzinerkonvents "Liber ac-torum Capucino-Insulanorum, renovatus, dum huic conventui praefuit a.v.p. Igna-tius Aquisgranensis" berichtet schon für die Anfangszeit der Ordensniederlassungvon Bücherschenkungen. (HStA Düsseldorf: Hs. Q 2. Früher Landes- und Stadtbi-bliothek Düsseldorf: Hs. G 10.) Das Grundstück für ihren Konvent hatten die Ka-puziner vom Landesherren von Kaiserswerth, vom Erzbischof und Kurfürsten Ma-ximilian Heinrich (1650-1688) von Köln erhalten. Der Grundstein für eine eigeneKirche konnte aber erst im Oktober 1670 gelegt werden. Konsekriert wurde dasneue Gotteshaus am 28. Oktober 1683. Es erhielt das Patrozinium des hl. Antoniusvon Padua. Die kirchen- oder vielmehr ordensrechtlich verbindliche Errichtung desseit 1654 bestehenden Konvents erfolgte zwischen Bau und Einweihung der Kircheim Jahre 1679.
Wie fast überall im Rheinland - die kölnische Ordensprovinz der Kapuziner hatteam Ende des 18. Jahrhunderts nicht weniger als 36 Niederlassungen - wurden dieKapuziner auch in Kaiserswerth sehr schnell äußerst populär. Die Chronik desKonvents berichtet über zahlreiche "Affiliationen" von Klerikern wie Laien. DieSpendefreudigkeit der städtischen Bevölkerung hat den Mendikantenkonvent desjüngsten franziskanischen Ordenszweiges in Kaiserswerth wie anderswo überhaupterst materiell ermöglicht. Es scheint freilich, als ob die Kapuziner sich in der nie-derrheinischen Stadt behaglicher einrichteten, als dies den Vorschriften der Ge-meinschaft und auch dem Geist des Ordens entsprach. Auf dem Provinzialkapitelvon 1666 bereits wurde Kritik an der Kaiserswerther Niederlassung laut. Der Pro-vinzialminister Reginald von Groningen wünschte die Aufhebung der besonderspflichtvergessenen Klöster ("statui nostro minus congrua [sc. monasteria]"). Unterdiesen zählte er auch ausdrücklich den Conventum Caesarinsulanum auf. Wahr-scheinlich hielten die Vertreter des Ordens ihren auch recht jungen Provinzial fürübereifrig, jedenfalls erfolgten gegenüber der Kaiserswerther Niederlassung keineeinschneidenden Maßnahmen. In der kleinen kurkölnischen Festungsstadt war man
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