düng beider Bibliotheken aufgrund des indirekten Nachweises der wenig klaren Be-sitzeintragungen im Vordergrund gestanden hat, wurde im vorliegenden Katalogkein Unterschied bei der Provenienzbestimmung gemacht. Es kann aber als sichergelten, daß mehr als die Hälfte der in Düsseldorf erhaltenen Essener Inkunabelnaus der Bibliothek des Herrenkapitels stammt.
F.P. Funcke: Geschichte des Fürstenthums und der Stadt Essen. 2. Aufl. Elberfeld 1851; K. Ribbeck:Geschichte der Stadt Essen. Bd.l. Essen 1915; R. Jahn: Essener Geschichte. 2. Aufl. Essen 1957; E.Hegel: Kirchliche Vergangenheit im Bistum Essen. Essen 1960; H. Müller: Die Reformation in Es-sen. In: Beiträge zur Geschichte von Stadt und Stift Essen 84 (1969), S. 3-202; J. Brand: Geschichteder ehemaligen Stifter Essen und Werden während der Übergangszeit von 1806-1813 unter besonde-rer Berücksichtigung der großherzoglich-bergischen Justiz und Verwaltung. In: Ebenda 86 (1971), S.5-155; H. Schröter: Maria Kunigunde von Sachsen, die letzte Fürstäbtissin des Stiftes Essen. In: DasMünster am Hellweg 29 (1976), S. 163-171; R. Haas: Assindia. Essener Offizialatsakten als stift- undpersonengeschichtliche Quelle. Essen 1986.
10. Zisterzienserabtei Heisterbach
Die 21 Inkunabeln, die in Düsseldorf aus der ehemaligen Klosterbibliothek vonHeisterbach erhalten sind, können wohl kaum mehr als einen verhältnismäßig klei-nen Rest der ursprünglich in der Siebengebirgszisterze vorhandenen Wiegendruckedarstellen. Da auch die Anzahl der insgesamt erhaltenen mittelalterlichen Hand-schriften aus Heisterbach sehr gering ist, wird man wohl mit einem gewissen Rechtvon einem aufs ganze gesehen katastrophalen Verlustfaktor bei den Buchbeständendieser sehr bedeutenden rheinischen Abtei ausgehen müssen. (Man ist daher ge-neigt, der Überlieferung von einer besonders barbarischen Behandlung der Biblio-thek durch die mit der Säkularisation Heisterbachs betrauten Staatsdiener Glaubenzu schenken.) Dabei gilt es freilich zwei Mißverständnisse zu vermeiden. Bei allerfrüheren Bedeutung der ehemaligen Abtei beruht die große heutige Berühmtheit inerster Linie auf der Bekanntheit ihres früheren Konventualen Caesarius von Hei-sterbach (1180-1240). Daneben hat aber auch die großartige erhaltene Chorruineihren Anteil daran. Beide Fakten liefern keine spezifisch bibliothekshistorischenKriterien, die eine einstige im Hochmittelalter wie noch im 15. und 16. Jahrhundertherausragende Bibliothek wirklich beweisen. Ein zweites Mißverständnis wäre es,wenn man aus Enttäuschung über eine Zahl von nicht mehr als 21 (erhaltenen!)Wiegendrucken diese Summe als Quantite negligeable erklären würde. Objektivhandelt es sich dabei um eine keineswegs unbedeutende Menge; sie enttäuscht nur,weil sie mit einem so großen Namen verbunden ist.
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