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Inkunabelkatalog / Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
Entstehung
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höchsten Iurisdiktionsvollmacht ausgestattete Kleriker, also faktisch Ordinarius locides exempten Stiftes.

1691 wurde die Stiftsschule offiziell zum Gymnasium erhoben. Auch wirtschaftlichhatten die Essener Jesuiten Erfolg, der freilich ihrem Ansehen nicht nur zuträglichwar. Um 1700 besaßen sie bereits 15 Bauernhöfe im Stiftsland. Seit 1726 war dieJesuitenresidenz verpflichtet, der Äbtissin einen Hofbeichtvater zu stellen. Diesführte um die Jahrhundertmitte zu dem Vorwurf, die Gesellschaft Jesu beherrschedie Politik des geistlichen Fürstentums. Aus diesem Grunde wünschte auch das rö-mische Generalat des Ordens die Aufgabe dieses Amtes, die aber nicht erfolgte.Die Bibliothek der Essener Niederlassung hatte wahrscheinlich bis zur Aufhebungdes Ordens Neuzugänge zu verzeichnen. Belegbar sind diese freilich nur bis 1749.Auf die förmliche päpstliche Aufhebung des Ordens 1773 erfolgte 1774 die Auflö-sung der Essener Jesuitenresidenz. Was mit der Bibliothek im einzelnen geschah,ist unklar. Vielleicht verblieb sie zunächst dem Gymnasium, da ja auch reichsrecht-lich das Jesuitenvermögen dem Bildungszweck erhalten werden sollte. Auch dergenaue Umfang der zu Beginn des 19. Jahrhunderts nach Düsseldorf verbrachtenBestände und der Anteil dieses Umfangs am Gesamtbestand ist unbekannt.

K. Ribbeck: Geschichte des Essener Gymnasiums. T.l. (Beiträge zur Geschichte von Stadt und StiftEssen. 20.) Essen 1896, S. 82-85; Artikel "Essen": In : Jesuiten-Lexikon. Hrsg. vonL. Koch. Bd. 1.Löwen-Heverlee 1962, Sp. 511-513; H. Waidenfels: Fünfmal gerufen - viermal vertrieben. 375 JahreJesuiten in Essen. In: Das Münster am Hellweg 42 (1989), S. 35-45; H. Mohaupt: Kleine GeschichteEssens. Bonn 1991, S. 64-65.

9. Stift Essen

Obwohl das Stiftsland Essen (anders als das heute ebenfalls zur Stadt Essen gehö-rende Gebiet der Reichsabtei Werden) vor Gründung der preußischen Rheinprovinzals eher westfälisch gelten mußte, gelangte die Bibliothek des 1803 säkularisiertenKanonissenstiftes großenteils in die Düsseldorfer (Landes-)Bibliothek. Der Kir-chenschatz, der von herausragender kunsthistorischer Bedeutung ist, verblieb zu-sammen mit denjenigen mittelalterlichen Handschriften, die nicht vom preußischenStaat übernommen wurden, hingegen der Essener Münsterkirche, der heutigen Ka-thedralkirche des 1957 gegründeten Bistums Essen. Neben den anderen, teilweiseliturgie- und musikgeschichtlich sehr wichtigen Essener Handschriften ("EssenerNeumen") befinden sich zahlreiche Druckwerke aus ehemaligem Stiftsbesitz inDüsseldorf, darunter 26 Inkunabeln.

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