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Inkunabelkatalog / Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
Entstehung
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Haltung Irmgards von Diepholz zu bewerten ist. Erst 1613 kurz vor dem Ende derRegierungszeit der Fürstäbtissin Elisabeth vom Berge (1605-1614), die im Januar1614 verstarb, wurden die Jesuiten wirklich in Essen präsent. Zwar errichteten sieauch jetzt noch keine dauerhafte Niederlassung, aber die Patres der GesellschaftJesu erschienen von da an zu regelmäßigen und längeren Besuchen in Stift undStadt. 1628, in dem Jahre, in dem die Patres Schacht und Pranger an die 60 Fami-lien in der Stadt Essen für die katholische Kirche zurückgewinnen konnten, standdie Begründung einer echten Niederlassung wohl unmittelbar bevor. Die BesetzungEssens durch niederländische Truppen 1629 beendete aber zunächst alle örtlichenAktivitäten der Societas Jesu.

Erst 1665 konnte ein Neuanfang beginnen. Dieser stand freilich vom religiösenStandpunkt aus unter einem sehr unglücklichen Stern. Die Fürstäbtissin Anna Sa-lome von Salm-Reifferscheid (1646-1688) versuchte sich in der Kunst, in dem tra-ditionsreichen geistlichen Kleinstaat absolutistische Regierungsformen einzuführen.Zwar ging sie sehr viel rücksichtsvoller vor als der gleichzeitige Landesherr derGrafschaft Mark, der Große Kurfürst, in dem die Essener Äbtissin stets ihrengrößten persönlichen Feind sehen mußte, aber ihrer Berufung der Jesuiten haftetedennoch eine seelsorglich fragwürdige, politische Nebentendenz an. Möglich ge-worden war die Einladung an die Jesuitenpatres durch den im Juli 1665 abgeschlos-senen Interimsvergleich zwischen Stadt und Stift. 1669 vertraute die Äbtissin dieStiftsschule, die in Konkurrenz zur lutherischen städtischen Lateinschule stand, derGesellschaft Jesu an. Nun konnte auch der zügige Aufbau einer Residenz undSchule dienenden Bibliothek beginnen. Die in der früheren bibliotheksgeschichtli-chen Forschung (H. Pfannenschmid) geäußerte Ansicht, die Essener Jesuitenbi-bliothek habe in ihrer Entwicklung schließlich die Stiftsbibliothek an Bedeutungübertroffen, entbehrt solider Quellengrundlagen.

Aufgrund der von dieser Bibliothek in Düsseldorf erhaltenen Reste scheint der Zu-gang durch Geschenke von Essener Klerikern für die Begründung dieser Bibliothekeine große Rolle gespielt zu haben. Inkunabeln haben in dieser Sammlung vermut-lich nie einen größeren Bestand gebildet. Es werden freilich wohl mehr gewesensein als die fünf Wiegendrucke der Essener Jeuitenbibliothek, die sich heute in derUniversitäts- und Landesbibliothek befinden. Von diesen gelangten drei Titel, beidenen es sich um verschiedene Augustinusausgaben handelt, durch Schenkung vonJohannes Baltz (+29.12.1676) an die Jesuiten. Baltz war einer der Essener Kano-niker, also Mitglied des Herrenkapitels beim Essener Damenstift. Vor allem aberwar er Kaplan der Fürstäbtissin Anna Salome I. und als solcher der mit der

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