bis ins 15. Jahrhundert, obwohl prinzipiell Regularkleriker, in vielem den Mendi-kanten ähnlich gewesen. Mit den großen Mendikantenorden verband sie auch diebesondere Betonung marianischer Frömmigkeit. Dieser Zug wird auch im erhalte-nen Teil des Bestandes ihrer Düsseldorfer Bibliothek aus der Zeit vor 1500 erkenn-bar, die im übrigen auch, ganz allgemein nach den Buchtiteln zu urteilen, eher ei-ner Büchersammlung von Mendikanten glich als einer Mönchs- oder gar Chorher-renbibliothek. Später veränderte sich der Charakter der Bibliothek den Veränderun-gen im Orden folgend. Die Kreuzbrüder verloren ihre Affinität zu den Bettelmön-chen und nannten sich schließlich in totaler Anpassung an die Kanonikergemein-schaften " Kreuzherren".
Während der Reformationszeit blieben die Kreuzbrüder kompromißlos "konservati-ven" Grundsätzen treu. 1567, als vorübergehend im Marienstift ein fast evangeli-scher Ritus eingeführt wurde, erschien die Kreuzbrüderkirche zeitweilig als dasletzte Bollwerk des alten Glaubens in Düsseldorf. Dabei handelte es sich freilichhauptsächlich um den äußeren Eindruck; theologisch-inhaltlich wich auch das Stiftnicht vom katholischen Bekenntnis ab. Eine besondere Blütezeit war das 16. Jahr-hundert für die Konventsbibliothek der Kreuzbrüder nicht. Immerhin läßt sich beiden Bucherwerbungen - nachweislich gelangten auch damals noch Drucke des 15.Jahrhunderts neu in die Bibliothek - eine gewisse Kontinuität erkennen.
Das 17. und 18. Jahrhundert war für den Konvent und damit auch für die neue Bi-bliothek eine im Grunde ruhige Zeit. Die traditionellen Strukturen der Bücher-sammlung blieben so zwar über den langen Zeitraum nicht unverändert, da sich jader Geist der Ordensgemeinschaft geändert hatte (s.o.), aber eine einschneidendeNeuorientierung bei den Erwerbungen oder gar ein Aussondern alter Bestände er-folgten nicht. Obwohl der Kreuzbrüderkonvent bereits 1803 säkularisiert wurde,gelangte seine reiche Bibliothek erst gegen Ende des Jahres 1812 in die räumlich sonahe gelegene Düsseldorfer Landesbibliothek. Es waren rund 4000 Bände, ganzüberwiegend im Folioformat. Durch das allgemein übliche, von den DüsseldorferKreuzbrüdern aber besonders intensiv praktizierte Zusammenbinden der verschie-densten Schriften zu einem Konvolut verbarg sich hinter dieser Bandzahl ein weitgrößerer Bestand an Titeln (sog. bibliographischen Einheiten). Das besondere amdarin enthaltenen und bis heute bewahrten Bestand von über 130 Inkunabeln ist dieVollständigkeit einer lokal gebundenen, historisch gewordenen und inhaltlich be-trachtet in sich geschlossenen Sammlung.
R. Haaß: Die Kreuzherren in den Rheinlanden. Bonn 1932. (Rheinisches Archiv. 29.) S. 116-129;A.v.d. Pasch: Bibliotheca manuscripta fratrum ordinis S. Crucis II. (= Cruciferana. N.S. 13.) Cuijk
24