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Inkunabelkatalog / Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
Entstehung
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stand von Verlusten verschont; er befindet sich also heute ungeschmälert, wennauch verstreut über die verschiedenen Fachgruppen des Altbestandes, in der Uni-versitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf. Eine Tatsache freilich ist zu beachten:Die letzte Überführung betraf nicht den gesamten damals noch vorhandenen Be-stand. Ein Teil verblieb ganz sicher auch jetzt noch im ehemaligen Kolleg von St.Andreas, in welchem auch nach der Aufhebung dieser Nachfolgekongregation eini-ge Patres ausharrten, die fast legendären "vier letzten Jesuiten von Düsseldorf".1842 wurde St. Andreas die dritte katholische Pfarrkirche von Düsseldorf; ersterPfarrverweser war der frühere Jesuitenpater Philipp Schulten. Der bei St. Andreaserhaltene Bibliotheksrest verblieb im nunmehrigen Pfarrhaus, dort verbrannte er1944.

Ein dritter Restbestand der alten Jesuitenbibliothek hat sich bis heute in der Bi-bliothek des Görres-Gymnasiums in Düsseldorf erhalten. Der Weg, auf dem dieserdorthin gelangte, läßt sich keineswegs mehr genau rekonstruieren. Doch gilt esfestzuhalten, daß das Görres-Gymnasium, das freilich auch Relikte anderer geistli-cher Bibliotheken besitzt, die Nachfolgeanstalt des Jesuitengymnasiums ist. Mit derDoublettenabgabe der Landesbibliothek an das damals als Gymnasium illustre be-zeichnete spätere Görres-Gymnasium sollten die aus Jesuitenbesitz stammendendortigen Bücher nicht in Verbindung gebracht werden, da die aus dem Bestand desGörres-Gymnasiums bekannten Titel jesuitischer Provenienz keineswegs alle in derheutigen Universitäts- und Landesbibliothek vorhanden sind. Ganz sicher ist dieHerkunft aus dem alten Jesuitenkolleg bei (bisher) fünf Werken nachgewiesen. Da-von stammen vier aus dem 16., eins aus dem 17. Jahrhundert. In die Jesuitenbiblio-thek gelangten sie laut Besitzeintragungen im 17. Jahrhundert.

Bei Struktur und Thematik der ehemaligen Jesuitenbibliothek fällt auf, daß mansich stets in dem Zeitraum ihrer 180jährigen Existenz um Aktualität und - moderngesprochen - Forschungsrelevanz bei den Zugängen bemüht hat. Daß man darüberhinaus auch Wertschätzung für Drucke des 15. Jahrhunderts besaß, belegt die An-zahl der erhaltenen Inkunabeln. Der weitaus größte Teil dieser Wiegendrucke istnach Ausweis der Besitzeintragungen in den Bänden freilich nicht durch Kauf, son-dern durch Geschenk von Freunden des Ordens, insbesondere von Säkularklerikernunter den Förderern der Gesellschaft Jesu, in die Kollegbibliothek gelangt.

P. Kauhausen: Zur Dreihundertjahrfeier der Jesuitenkirche St. Andreas. In: Jan Weilern 4/11 (1929),S. 373-382; W. Enderle: Die Jesuitenbibliothek im 17. Jahrhundert. Das Beispiel der Bibliothek desDüsseldorfer Kollegs, 1619-1773. Erscheint in: Archiv für Geschichte des Buchwesens 41 (1994).

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