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Inkunabelkatalog / Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
Entstehung
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päpstlichen Aufhebung des Ordens, wurde die Kollegbibliothek auf Grund einerAnordnung Karl Theodors vom 6. September ins Düsseldorfer Schloß gebracht.Diese erste Überführung des Buchbestandes scheint vollständig erfolgt zu sein,selbst zwei offensichtlich zur Bibliothek gehörende Globen wurden gewissenhaftmit ins Schloß verbracht.

Die Jesuitenbibliothek wurde aber nicht mit dem Bestand der Hofbibliothek verei-nigt. Erst am 28. Februar 1786 erfolgte die Anweisung, sie in der Hofbibliothek,aber abgesondert vom eigentlichen Bestand aufzustellen. Aber schon vierzehn Tagevorher, am 14. Februar hatten die Priester der Kongregation von St. Andreas er-reicht, daß ihnen zur Erfüllung ihrer Aufgaben besonders notwendig erscheinendeBücher gegen Quittung überlassen wurden. Zum Verständnis der schließlich erfol-genden Rückgabe der gesamten Bibliothek ist es notwendig, sich die zwiespältigeHaltung der landesherrlichen Regierung zu den Folgen der Jesuitenaufhebungklarzumachen. Während der Statthalter des Kurfürsten in den niederrheinischenHerzogtümern, Graf Johann Ludwig Franz von Goltstein, ganz als Repräsentant ei-ner eher kirchenfeindlichen oder zumindest antiklerikalen Strömung in der Aufklä-rung anzusprechen ist, muß Karl Theodor selbst ganz anders eingeschätzt werden.Dieser verband kirchentreue Grundhaltung, aufklärerische Gesinnung und staats-kirchliches Denken in einer Weise miteinander, die für seine Zeit keineswegs aty-pisch war, für die Nachwelt aber oft schwer ergründbar scheint. Wenn auch diefrüher ernsthaft vertretene Auffassung von der "Jesuitenherrschaft" unter diesemKurfürsten sicher falsch ist, so kann man Karl Theodor genau so wenig zu denjeni-gen katholischen Fürsten des 18. Jahrhunderts rechnen, die der Gesellschaft Jesuablehnend gegenüberstanden. Es kann aber auch nicht sein zeitweise enges Zusam-mengehen mit der kurialen Politik gewesen sein, das ihn nach der päpstlichen Auf-hebung des Ordens zu Freundlichkeiten gegen die ehemaligen Jesuiten bestimmte,vielmehr muß wohl mit grundsätzlichen Bedenken Karl Theodors gerechnet wer-den, sich an Kirchengut (zumindest an solchem, das aus Spenden herrührte) zu be-reichern. Am Peter-und-Pauls-Tag 1788 befahl der Kurfürst jedenfalls die Rück-gabe der gesamten Bibliothek an die Düsseldorfer Kongregation. Tatsächlich er-folgte die Rückführung des Bestandes freilich erst Januar 1792, der Grund für dieVerzögerung lag aber ausschließlich in technischen Gegebenheiten (bauliche Ver-änderungen im Kolleghaus von St. Andreas).

Die endgültige Säkularisation des ehemaligen Jesuitenkollegs führte erst im Jahre1808 - also vier Jahre nach der Aufhebung 1804 - zur Übernahme des Buchbestan-des durch die Landesbibliothek. Seit dieser Zeit blieb der dorthin überführte Be-

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