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Inkunabelkatalog / Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
Entstehung
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nach 1500 gegründete kirchliche Gebrauchsbibliotheken des Rheinlandes erwarbeneinen sehr reichen Bestand von Wiegendrucken -, sondern die Ursache bestehtdarin, daß überhaupt nur äußerst geringe Teile dieser einst bedeutenden Bibliothekin die frühere Landesbibliothek Düsseldorf gelangten. (Der weitaus größte Teilmuß als verschollen gelten; auch die heutige Provinzialbibliothek des Franziskaner-ordens in Mönchengladbach besitzt keine nennenswerten Reste der Büchersamm-lung des Düsseldorfer Konvents.)

Die unterschiedliche Form der Besitzeintragungen in den erhaltenen neun Inkuna-beln ist geeignet, eine terminologische Verwirrung über den Träger dieser ehemali-gen Mendikantenbibliofhek hervorzurufen. Obwohl ohne Schwanken einer konsi-stenten Richtung innerhalb der franziskanischen Tradition folgend, hat der Düssel-dorfer Konvent seine Selbstbezeichnung häufiger formal variiert. Grundsätzlich ge-hörte die Niederlassung der Minderbrüder in der bergischen Residenzstadt immerzu den Franziskanerobservanten (in Deutschland meist einfach "Franziskaner" ge-nannt), nie zu den Konventualfranziskanern (in Deutschland volkstümlich "Minori-ten" oder "Schwarze Franziskaner" genannt). Als Besitzeintragung in den Inkuna-beln wurde aber selbstverständlich die kirchenrechtlich allein korrekte lateinischeBezeichnung "Fratres minores" benutzt. Besitzanzeigend steht sie bei den Eintra-gungen in den Wiegendrucken meist im Genetiv pluralis als "Fratrum minorum".Der Zusatz "observantium" fehlt, was nicht verwundern kann. Der häufige Ersatzdieser näheren Bestimmung durch "recollectorum" ist aber geeignet, Verwirrung zustiften. Es läge nämlich nahe, daraus auf eine besondere Zugehörigkeit des Düssel-dorfer Konvents zur Rekollektenkongregation zu schließen. Dies war aber zu keinerZeit der Fall. Vielmehr gehörte lediglich die gesamte Kölnische Ordensprovinz("Dreikönigsprovinz") in förmlicher Weise zeitweilig zu den Rekollekten (wie dieDekalzenten, eine Untergruppe innerhalb der Observanz). Von einer praktischenDurchführung der Recollectio konnte aber in Düsseldorf wie bei anderen Konven-ten der Kölnischen Provinz schwerlich die Rede sein.

Die Franziskaner sind nicht wie die Kapuziner oder Jesuiten vom Fürsten in diebergische Residenzstadt geholt worden. Vielmehr ging der Anstoß ausschließlichvom Orden aus. Herzog Wolfgang Wilhelm, Landesherr von Jülich und Berg ausdem Haus Pfalz-Neuburg, an den sich 1650 die Minderbrüder mit ihrer Absichtgewandt hatten, äußerte sich dem Vorhaben gegenüber eher bedenklich. Die Hart-näckigkeit des Kölner Provinzials Bernardin Vetweis sowie die Bemühungen desvon ihm an den Hof in Düsseldorf entsandten Mitbruders Ferdinand Bolender er-reichten aber schließlich doch ihr Ziel. Unterstützt wurden die Franziskaner von

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