Nachdem im 15. Jahrhundert zwischen Konvent und Kirchengemeinde erheblicheDifferenzen bestanden hatten, ist es um so bemerkenswerter, daß die Kreuzbrüderim 16. Jahrhundert - zeitweilig im Gegensatz zum Waldeckschen Pfandherren - aufDauer die Reformation in der Freiheit Beyenburg verhindern konnten. Beyenburgwurde so für 400 Jahre zu einer sehr kleinen katholischen Enklave in einem wei-testgehend evangelischen Umland. Die Konventsbibliothek scheint alle Brände undPlünderungen der Kreuzbrüderniederlassung im 16. und 17. Jahrhundert durchHessen, Holländer und Brandenburger im wesentlichen überstanden zu haben. 1806gelangte jedenfalls ein ansehnlicher Bücherbestand aus dem 1803 säkularisiertenKonvent.in die Düsseldorfer (Landes-)Bibliothek. Besonders wertvolle Handschrif-ten, darunter eine, die dem Konvent seit seiner Gründung gehörte, waren schonvorher entfremdet worden und gelangten über Köln und Paris schließlich in dieKönigliche Bibliothek in Brüssel. Auffallend bei dem noch heute in der Düsseldor-fer Universitäts- und Landesbibliothek erhaltenen Bestand ist das Fehlen der sonstfür Kreuzbrüderbibliotheken charakteristischen Titel von Mystikern und ordensna-hen Reformtheologen. Hier liegt vielleicht ein Hinweis auf einen stärkeren Anteilvon Büchern aus Gemeindebesitz. Die Anzahl der darin enthaltenen Inkunabeln be-trägt 35. Diese tragen zum großen Teil deutliche Brandspuren an den Einbänden.Nach einer Lokaltradition rühren Brandspuren an Büchern des Konvents grundsätz-lich von der versuchten Verbrennung der Bibliothek durch die mit der Säkularisa-tion des Beyenburger Konvents betrauten Beamten her. Das Werk der pietätlosenund bornierten Staatsdiener sei aber von den rechtschaffenen Beyenburger Bauernvereitelt worden, die die Bücher ihrer Priester aus dem obrigkeitlichen Scheiterhau-fen herausgezogen hätten. Es handelt sich wohl hierbei um eine im katholischenMilieu des preußischen Rheinlandes im 19. Jahrhundert entstandene Legende.Wahrscheinlicher ist, daß zumindest die Brandschäden an den Inkunabeln vonBeyenburger Provenienz von einem Konventsbrand des 17. Jahrhunderts stammen.
H.J. Koch: Steinhaus-Beyenburg im Wuppertale. Elberfeld 1883; A. Hermandung: Das ehemaligeKloster der Kreuzbrüder zu Beyenburg-Wupper. Beyenburg 1908; R. Haaß: Die Kreuzherren in denRheinlanden. Bonn 1932. (Rheinisches Archiv. 23.) S. 42-58.
3. Franziskanerkonvent Düsseldorf
Aus der ehemaligen Bibliothek des Düsseldorfer Konvents der Minderbrüder habensich in der Universitäts- und Landesbibliothek nur neun Wiegendrucke erhalten.Der Grund dafür liegt wohl nicht so sehr in der Tatsache, daß diese Ordensbiblio-thek hundertfünfzig Jahre nach dem Druck der letzten Inkunabeln entstand - viele
14