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Inkunabelkatalog / Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
Entstehung
Seite
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bekannt, dürfte aber gegen ältere Ansichten noch im 14. Jahrhundert gelegen ha-ben. In offiziellen Dokumenten hat sich die Beyenburger Kreuzbrüdergemeinschaftbis ins 17. Jahrhundert "Conventus domus lapideae" oder "Kloster zu dem Stein-haus" genannt. In unserem Zusammenhang noch wichtiger ist die Tatsache, daßauch die erhaltenen Beyenburger Inkunabeln entsprechende, die "Domus lapidea"nennende Besitzvermerke tragen.

Bereits 1318 erhielt der Beyenburger Konvent ein auf den 13. April datiertes päpst-liches Schutzprivileg durch Johannes XXII. Die älteste Kreuzbrüderniederlassungin Deutschland lag nach dem Brauch des Ordens nicht in einer Wildnis, sondernneben einer gräflichen Burg (an der engsten Stelle der Wupperschleife) und umge-ben von einer Ansiedlung, die sich zu einer Minderstadt vom Typ einer sog. "Frei-heit" entwickelte. 1555 ist Beyenburg als eine der sechs Freiheiten des HerzogtumsBerg bezeugt. Seelsorglich gehörte diese Freiheit zum Rektorat (später Pfarrei)Steinhaus, lokalisiert in der alten beim landesherrlichen Hof gelegenen Kapelle undin reichlicher Entfernung zu Siedlung und neuer Konventskirche. Da die Besetzungder Rektorstelle den Kreuzbrüdern zustand, aber gleichzeitig eine in vollständigparrochialen Formen organisierte Kirchengemeinde existierte, ist bei einem Teilder erhaltenen Inkunabeln aus Beyenburg, nämlich denjenigen liturgischen Inhalts,die nicht dem klösterlichen Stundengebet dienten, der wirkliche ehemalige Besitzernicht mehr zu ermitteln. Selbst die Form der Besitzeintragung bietet in solchen Fäl-len keine echte Sicherheit. Konvents- und Pfarrvermögen waren nämlich jahrhun-dertelang so sehr miteinander vermengt, daß die Entflechtung des Grundbesitzessich nach der Säkularisation 1803 solange hinzog, bis der preußische Staat seit1815 mit der ihm in solchen Fällen oft (nicht immer) eigenen Skrupellosigkeit zuseinen Gunsten verfahren konnte und die Pfarrgüter einbehielt. Bei einigen wenigenInkunabeln ist nicht einmal auszuschließen, daß ihr ursprünglicher Besitzer wederder Konvent noch die Rektoratsgemeinde war, sondern vielmehr die "Confraterni-tas SS. Catherinae et Annae", aus der die älteste Schützenbruderschaft des Bergi-schen Landes hervorging und deren älteste Verfassung von 1383 stammt, also mehrals hundert Jahre älter ist als der eigentliche Beginn der großen niederrheinischenSchützenmode. (Ob im Katharinenpatrozinium der Bruderschaft - die Kapelle beimSteinhaus wie die neue Konventskirche waren der hl. Maria Magdalena geweiht -eine indirekte Reminiszenz an die Hückeswagener Grafen, den möglichen Grund-herren in Beyenburg vor den bergischen Dynasten, liegt, bleibt zweifelhaft. DieHückeswagener Grafen führten zwar den Katharinenkult nachhaltig ins BergischeLand ein, sie taten dies aber zu einem Zeitpunkt, zu dem sie ihr vermutetes AllodBeyenburg bereits verloren hatten.)

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