erwecken, als stammten sie aus dem Buchbesitz einer der Kölner Universitätsbur-sen. Dieser Eindruck gilt natürlich nicht für die mittelalterlichen Handschriften,wohl aber bis zu einem gewissen Grade auch für die knapp 80 erhaltenen Inkuna-beln.
Die solide Ausstattung mit Grundbesitz hat dem Altenberger Konvent eine fast kon-tinuierliche Bucherwerbung für seine Bibliothek wirtschaftlich ermöglicht. Die Al-tenberger Wiegendrucke scheinen häufig unmittelber nach ihrem Druck gekauftworden zu sein. Die Inkunabelsammlungen mancher anderer rheinischer Religio-senhäuser sind hingegen erst in den Jahrhunderten nach 1500 langsam durch dieZufälligkeiten von Schenkungen zusammengekommen.
Leider ist der Erhaltungszustand der Altenberger Inkunabeln schlechter als beimDurchschnitt der in Düsseldorf befindlichen ehemaligen rheinischen Klosterbestän-de. Es gibt zahlreiche Anhaltspunkte dafür, daß die Altenberger Wiegendruckenicht erst nach ihrem Übergang in Staatsbesitz Schäden davontrugen. Vielmehrscheint die Aufbewahrung und pflegliche Behandlung in den letzten Jahrzehnten desBestehens der Abtei alles andere als optimal gewesen zu sein. Schwer abzuschätzenist die Frage, ob auch schon die Notzeiten der Abtei während des 30jährigen Krie-ges die Bibliothek in Mitleidenschaft zogen.
1626 erpreßten die Brandenburger vom Kloster eine größere Geldsumme. 1634fand sogar die Visitation der Abtei aus Furcht vor den Schweden nicht in Alten-berg, sondern im Altenberger Hof in Köln statt. 1646 wurden die Ländereien derAbtei durch die von Neuss aus operierenden hessischen Truppen ausgeplündert.Abt Johannes Blankenberg (s.o.) führte Altenberg zu neuer Blüte. Als Generalvikarfür Niederdeutschland gelang es ihm, die dem Orden verbliebenen Restklöster inNiedersachsen und im Magdeburgischen zu konsolidieren. Wichtig für seine Arbeitwar die enge Freundschaft mit dem Apostolischen Nuntius in Köln Fabio Chigi,dem späteren Papst Alexander VII. Für Altenberg gewann er die Paternität über dieZisterzen Derneburg und Wöltingerode und zeitweilig auch über die Klöster Mari-enrode und St. Agnes in Magdeburg. Abt Johann Jakob Lohe (1686-1707) bemühtesich vor allem sehr erfolgreich um die wirtschaftliche Lage der eigenen Abtei undführte viele Bauvorhaben durch. 1699 gelang es ihm, für Altenberg Sitz undStimme in der Ritterkurie des kurkölnischen Landtages zu erlangen. Unter demvorletzten Abt Franz Cramer (1779-1796) entwickelte sich in der Abtei eine kata-strophale Mißwirtschaft, die in der Verschwendungssucht des Abtes ihre Ursachehatte. Cramer hat für die Klosterbibliothek nachweislich keinen Pfennig ausgege-ben. Stattdessen legte er sich eine großartige und extrem kostspielige Sammlung
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