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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
397
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der in der obern Lufft erzeugten Dinge.Es würde ohne Müh, ja Augenblicks geschehen:Wann man ein wen'g davon ausstreute auf das MeerDaß man die gantze See / falls sie Quecksilber waͤr /Koͤnt in pur lauter Gold durchaus verwandelt sehen.Wer solte sich aber über dieses Menschen Kühnheit, oder vielmehr Unsinnigkeit nicht verwun-deren? Zum andern; vermittelst der alleinigen Krafft eines gemässigten Feuers; da man durchmacherley Zerlassung= und Brennungen das Quecksilber und den Schwefel oder andere Metall /absonderlich das Silber in wahrhafftes Gold verwandelt. Und damit diese Leute die Unvor-sichtige desto freyer betriegen mögen / so bedienen sie sich darzu gantz fremder und dunckler Na-men; indeme von ihnen das Bley der Saturnus, das Zihn der Jupiter, das Eisen der Mars, dasGold die Sonne, das Kupffer die Venus, das Quecksilber der Mercurius, das Silber derMond / der Vitrtol Calcolar, das Arsenicum Josue, das Antimonium Muhifar. das Salam-moniac der Adler pflegt genennt zu werden; wie sie dann auch den Stein der Weisen selbstenbald Menschen=Blut, bald Lebens=Wasser, bald Elixir und eine Artzney wider alle Kranckheitenbetitlen. Dieses nun also vorangezeigt; so ist es dann§. 3. Natürlicher weiß gantz moͤglich / das durch die chymische Kunst / da manleidende zu würckenden Dingen setzet, ein wahrhafftes Gold gemacht werden möge.Solcher Meinung ist D. Thomas, wie Cajetanus bezeuget; ingleichem Albertus M. und andere D. Thom.berühmte Männer gewesen. Die Ursach dessen mag seyn / Erstlich; weilen nicht gezeigt wer= 2. 4. 77.den kan / das es der Natur zuwider wäre. Zum Andern; weilen es die Kräfften des würcken= act. 1.den Feuers nicht zuübertreffen scheinet / daß aus dem Quecksilber Gold gemacht werde: dann sodas genossene Brodt aus Krafft der natürlichen Wärme sich in Fleisch verwandlen kan; War-um solte dieses nicht auch bey dem Quecksilber mit Hülfe der Feuer=Hitze geschehen mögen? Zu-mahlen da die Metalle dem Gold viel ähnlicher seynd / als das Brodt dem Fleisch und denenNerven. Zum dritten; weilen dergleichen Arbeit an und für sich selbsten / soviel die Verwand-lung der Metallen betrifft / nicht mehr Mühe erfordert / als soviel die Außbrütung der Küchlen an-geht / die in Egypten in einem Bachoffen durch die in einem gewissen Grad angeordete Hitze ausden Eyern ausgehecket werden: Auf welcherley weiß man auch bey den Sinesern die Endten aus-zubrüten pfleget: Ja es ist eben so möglich / als dieses / daß aus einer von Endten gemachter Laugein wenig Stunden können Krötten; oder Bienen aus einem Ochsen=Aaß; oder scorpionen ausdem gehörig=zubereitetem und vergrabenem Bastlisken=Kraut hervorgebracht werden; wie Pe-rerius und Scaliger berichten. Und damit wir die Sache mit solchen Exempeln / die unstrittig Perer.lib.und uns näher seynd / besteiffen; so ist bekant / daß aus dem Eisen ein Stahl durch die Kunst / de magdie hier eben das verrichtet / was die Natur in den meisten Eisen Bergwercken würcket / aus Ertz Scal. Ex.ein Kupferrost, aus Bley ein Zihn, wie auch, wann man ermeldtes Bley mit Eßig ansetzet, ein erc. 106.Bleyweiß gemacht wird; und falls man dieses letztere brennet / so hat man eine gemachte Sanda-racca oder Menning. So nun nicht minder aus Kupfer, gestossenem Glaß und Galmey einMeßing / welches dem Natürlichen und Gegrabenen durchaus gleichet / zuwegen gebracht / undihme in dem Offen durch das Feuer die Farbe gegeben wird; Warum solte nicht auch möglichseyn / natürlicher Weiß die Metalle in Gold zuverwandlen? Zum vierdten; weilen denen Engelndie Wissenschafft, vermittelst Anwendung würckender und leidender Dinge Gold zumachen,nicht wol abzusprechen seyn mag: Warum solten sie dahero aus Göttlicher Zulassung solcheKunst einem unter den Menschen nicht auch mittheilen können?§.4. Es scheinet auch sittlicher Weiß keine Unmoͤglichkeit zu seyn / daß mandurch künstliche Anwendung der würckenden und leidenden Dinge ein wahrhafftesGold zuwegen bringen könne: Wiewolen es über die massen schwer damit hergehet / und et-was rares ist; wie Delrio, Bisciola, Andreas Libanius, Antonius Mirandolanus, Cardanus, Delr. lib.Fernetius und mehr andere darfür halten; und zwar aus der Ursache / weilen es gantz vermuth= Disquis.lich ist / daß ihrer viele würcklich durch Kunstsein wahres Gold gemacht haben: dann zerschiede-ne fromme / erfahrne und glaubwürdige Manner bezeugen / daß sie ein durch chymische Kunst be-reitetes Gold gesehen / und dasselbe bey der Probe gut und wahrhafft befunden: gestalten Ar-noldus Vllanovanus durch Kunst guldene Stänglen gemacht / und solche zu Rom männiglichzur Prob und Untersuchung überlassen; wie bey dem Delrio von den tapfersten Rechtsgelehr-ten erzehlet wird. Eben dergleichen solle auch Bernardus Trevisanus in Franckreich / und Rai-mundus Lullius in Engelland verrichtet haben. Der Engelländer Kelius hat ein Pfund Queck-silber mit einem einigen Tropffen eines sehr rothen Oehls zu Gold gemacht: ja es solle selbiges Sennert.Pulver von so grossen Kräfften gewesen sey, daß er mit einen Gran fünfftausend Unzen gefärbt, de cons.und ungefehr Eilff Unzen pures Gold herausgebracht. Was Theophrastus hierinn gethan / Dissert.ist c.2.Ddd 3