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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
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der in der obern Lufft erzeugten Dinge.der Leim; auch mit so vielem Feuer versehen / daß sie die Flammen von weitem her an sich ziehenund entzündet wird; auch durch kein zugegossenes Wasser wegen ihrer Zehigkeit die sich vomWasser nicht dämpffen lasset / sondern vielmehr anflammet / auszulöschen ist: Dahero dann dieentzündete feist=schwefflichte Erden bey einfallendem Regen nur hefftiger zu brennen pflegen.Die Naphta, so aus den Steinen oder Felsen fliesset / wird petroleum, Stein=Oehl / das istStein=Naphta genennt. Ich sagte zuvor: die Naphta ziehe das Feuer an sich: welches nichtalso zu verstehen ist / als wann sie wahrhafftig an sich zöge; sondern daß sie einen klebichten / un-ichtlichen Dunst von sich austreibe / der sich leicht entzundet; und demnach das Feuer durch ei-ne stetswehrende Entzündung / wie bey einem langen ausgestreuten Pulver=Strich geschiehet / andie Naphta hinzu komme.Die Ambra ist der allerwohlriechigste Leim oder Schwefel / und wird den kostbarestenWahren gleich geschätzet. Es vermeinen einige, daß sie unten auf dem Meer-Grund, wie dieErd=Schwämme / wachse; etliche schreiben; dieselbe werde von dem Fisch Aselo begierig gesucht,durch deren Genuß aber getödtet: und weilen solches denen Fischern bekannt seye / so bemuhetensie sich / selbigen zu bekommen / und alsdann auszuweidnen. Mathiolus und andere halten dar= Mathiol.vor / die Ambra seye ein ausgeworffner Koth etlicher Fische; und wollen es mit deme / daß der in Dio-Biesem / und andere wohlriechende Dinge gleichfalls von gewissen Thieren herkommen / behaup= scor. l.1.ten. Doch scheinet dieses die sicherste Meinung zu seyn / daß die Ambra von denen Bron=Quel-len in das Meer fliesse / daselbsten hart / und an das Uffer geworffen werde. Ein aus Ambra ge-machtes Pflaster ist denen Kahl=köpffigen / und die ein von kalten Flüssen geschwächtes Hauptben / sehr dienstlich: dem Hertzen aber / dafern es nicht durch kalte Ursachen Noth leidet / kanSchaden bringen: dann wann die Geisterlein erhitzt / und über die Maß verdünnert werden /so pflegen Kranckheiten zu entstehen. Die Ambra macht truncken / wann sie in Wein gelegt Heurm.wird: so ists auch aus der Erfahrung bekannt; daß / je schwächer und beweglicher eine Frau ist / 1.2. Me-je leichter und eher ihr auch von der Ambra und dem Bisem die Mutter erregt / und Kopff- die.Schmertzen verursacht werden.§. 4. Der Vitriol ist ein geronnener Safft / wie Glaß durchscheinig: Den ge-wachsenen Vitriol findet man in den Aderen der Erden / oder in den Fugen der Steine und Fel-sen; oder er bleibt / indeme er daraus abträufflet / theils daran in Gestalt der Eiß=Zapffen behan-gen, theils fällt er auf den Grund der Rinnen herab. Dieser Safft ist im höchsten Grad herb,und gleichsam ein Auswurff der Metallen / insonderheit aber des Ertzes. Den Römischen undUngarischen hält man für den besten; und wird seine Güte darmit probiret, daß man ihn aufeinem Messer reibet; dann wann er demselbigen eine kupfferne Farbe giebet / so darff er wohl Quarcet.in den besten gehalten werden. Riolanus meldet von ihme / daß er einen brennenden Geist de capit.abe / der auch das Glaß / worinn er auffbehalten werde / ausfresse. Das Tartar= oder Wein= affect. c. 33.stein=Oehl ist ihme sehr zuwider: dann obschon alle beede über die massen scharf und saur seynd,doch wann man sie unter einander vermischet, so verliehrt ein jedes seine Schärffe, und wird zueinem ungeschmackem Wasser. Alle Metall=Adern nehmen dem Ansehen nach ihre Endschafft Boer. l. 2.mit dem Vitriol; deßwegen die Berg-Leute, wann sie selbigen antreffen, nicht weiter fortfah= de lapid.ren, damit ihre Arbeit nicht vergeblich geschehe: dann er ist, wie gemeldt, ein metallischer Aus-wurff / in welchen der Safft sich verkehret und gerinnet / nachdem er nemlich die äussere Ober-äche der Ader ausgefressen. Was ist es dan Wunder/ wann die Ader mit ihme ausgehet undsich endiget. Es ist wohl werth / daß man erzehle / was Conradus in Medulla destillatoria vondem Vitriol und dem Agtstein schreibet: Lege einen gelben Agtstein auf ein von Wißmuth ge-machtes Täffelein / und drey Spannen weit davon einen Vitriol; so wird dieser letztre / (welchesrecht verwunderlich) beedes seine Hitze und seine Schärffe verliehren; solche aber in dem Agt-stein / wann man ihne praeparirt, hergegen angetroffen werden. Sonsten bedient man sich desVitriols nebst dem Salpeter und Saltz zur Bereitung etlicher Scheid=Wasser: so hat auch derVitriol unterschiedlichen Nutzen in der Artzney; Zum Exempel: Er erwärmet / weil er sehr feu-tig ist; er säubert die böse Geschwär / weil er trücknet; er stellet das Blut / weil er durch seine an-ziehende Krafft die offene Adern zusammen hält / und versiopffet.§. 5. Von dem Campfer schreiben die Mauritanier; er fliesse aus einem Baum /der so grosse und breite Aeste habe / daß er einen Ort / wo hundert Menschen zu stehen Platz ha-ben / überschatten könne; und melden dabey / dieses Baumes Holtz seye weiß / trage viel Zweige /und der Campffer stecke in seinem schwammichten Marckt. Allem / es ist wahrscheinlicher / derCampffer komme von einer gewissen Gattung Indianischen Juden=Leims her / den man in einemGefaß kochet; und davon der Dampff / wann er sich an den Deckel anlegt / zu sehr kleinen weis-sen Stücklein zusammen gerinnet und die Form und Gestalt / wie wir sehen / annimmt. Daß ernun in Indien wachse / versichern uns die Kauffleute: der Campffer liebt das Feur; und bren-net, so er angezündet wird, immerfort, biß nichts mehr an ihme vorhanden: sein Geruch verhin-