der in der obern Lufft erzeugten Dinge.gewesen, wann nicht die Minerva sein Schwerdt begossen hätte: wie er dann auch, als eindanckbahrer Schuler seines Lehrmeisters / Aristotelis, sich nicht gescheuet / zu sagen: Er wolle,lieber andere an Gelehrsamkeit / als an Macht und Herrlichkeit uͤbertreffen.„ Und bekennet Plu- Plutarch.tarchus frey von demselben heraus: Alexander habe zwar tapffer mit den Waffen, aber-noch mehrers mit Weißheit gefochten.„ Obschon die Wissenschafften keine Waffen schmid-ten / so schmidten sie doch gute Rathschläge / damit die erstere nicht ohnbedaͤchtlich ergriffen wer-den. Die Weißheit ist nicht von dem Vulcano gebohren / daß sie mit Feuer und Schwerdttoben solte; sondern sie hat den Jupiter zum Vatter / welcher die Donner-Strahlen zuruck zuhalten, und die Waffen unter Verhffoung des Siegs dergestalten zu führen weist, daß manbeedes weißlich kämpffen / und dann tapffer überwinden möge. Wissenschafft und Krieg stehenwohl beysammen: ohne Wissenschafft ist der Krieg ein barbarisches Wesen; und ohne den Kriegist die Wissenschafft elend und verächtlich. Die fürnehmste Kriegs-Helden, damit sie in ihrenFeld=Zügen glücklich seyn möchten / haben gute Künste und Wissenschafften erlernet. C. JuliusCælar hat den Apollonium, Augustus den Apollodorum, Tiberius den Theodorum, Mecœ-nas den Arium, Arcadius den Arsenium, Carolus Magnus den Albinum zu Unterweisern undLehrmeistern gehabt. Und obschon Carolus V. ein pur lauterer Soldat gewesen / so hat er esdoch hoch bedauret / daß er dem Geutherio, der ihn von Erlernung der Lateinischen Spracheabwendig gemacht / Gehör gegeben; und nicht vielmehr dem Hadriano; so ihn darzu anhaltenwollen / gefolget. Wunderens würdig seynd die Siege / welche Hercules erhalten: da er unterandern auch den Höllen=Hund selbsten bezwungen und gebunden; aber solches alles mit grosserKlugheit ausgerichtet: dann man darff sich nicht einbilden; daß er durch seine Waffen undStärcke so grosse Thaten gethan; sondern es seynd selbige vielmehr seinem hohen Verstand undKlugheit zu zuschreiben.Sapor omnes abinde.Hieraus entsproßtDie beste Kost.Sal condit coenam, sine quo sapor exulat omnis;Et corpus servat, nec sinit esse putre.Ter felix tellus! quae Musas hospita nutrit:Nam solùm studiis florida regna vigent.Die Speisen können nicht dem Mund vergnüglich schmecken;Sie seyen dann mit Saltz gewürtzt und zugericht:Auch kan die Fäulnus sich in einen Cörper stecken;Darwider aber doch das Saltz den Schutz verspricht.Glückseelig ist das Land / wo man Gelehrte schauet:Auf diese wird sein Wohl mit gutem Recht gebauet.Die III. Frage.Von denen übrigen Säfften und kostbahrenErden.Er Alaun ist / wie ihn Plinius beschreibet / eine Salse / oder saltziger Erd=Schweiß /so aus Wasser und Leim zusammen geronnen: Und ist gemeiniglich weiß oderschwartz. Der Weisse / den man für den besten hält / ist flüssig und dicht; der flüssigeaber weich, fett, und klar; in welchen wann man ein flüssiges Papier einduncket, und wiedertrocknen lässet / dasselbe sodann die Dinte hält / und nicht durchschlägt. In der Barbarey nen-net man ihn Roche, das ist roth: er riecht auch nach Feuer / wie die Steine aus denen man Feuerchlägt. Der dichte Alaun hergegen ist entweder rund / oder lässt sich schneiden. Der erste hatdie Gestalt eines Zuckers; der letztere aber theilt sich in graue Fäserlen oder Haare aus. Wann
Druckschrift
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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