der in der obern Lufft erzeugten Dinge.setzen. Die Ottomannische Porte trauret noch heutiges Tags darüber, daß der Christen Waf-sen biß an die Trojanische Brucke durchgebrochen / und der gekrönte Adler seine Flügel biß dort-hin ausgebreitet: sie schreiben aber ihren erlittenen Unstern der von ihnen Anno 1683. gebroche-nen Friedens-Bündnus zu. So hat gleichfalls vor Zeiten die Ungarische Krone, weil sie Bund-brüchig worden / eine blutige Niederlage erleiden mussen. Höre / was Bonfinius davon schreibt: Bonfin.Als Amurathes gesehen / daß in Varnischen Treffen von dem Ungarischen König Uladislao Dec. 3.(welcher zu erst den Frieden gebrochen / und Krieg angefangen) seine Armée in die Flucht ge-trieben wurde; hat er / damit doch der Christen Meineyd gestrafft / und das gebrochne Bünd-nus recht gerochen werden möchte / die auffgerichte Friedens=Articul aus dem Busen hervor ge-zogen / selbige geöffnet / und mit gen Himmel gewanndten Augen gesprochen: JEsu Christe!-das ist der Bund, den deine Christen mit mir gemacht; sie haben bey deinem Nahmen ge-schworen; gleichwolen aber die mit solchem Eydschwur gegebne Treue gebrochen / und alsoihren GOtt meineydig verläugnet. Nun / Christe! wann du GOtt bist / wie sie sagen; so rä-che dann itzt die dir und mir angelegte Schmach / und straffe sie / wie sie mit ihrem Treu-Bruch verdienet haben.„ Kaum hatte er solches ausgeredet/ und erwartete nur, biß er völligaus dem Feld geschlagen wurde; als die Ungarn sich von ihren Feinden ab= und auf das Beut-machen gewendet; darauff sie dann selbsten in die Flucht gebracht / König Uladislaus getödtet,und von dem Amurathes eine herrliche Victori erhalten worden. Einem Fürsten stehet nichtsbessers an / als daß er bewerckstellige / was er geredet / dahero solle man denen Königlichen Wor-ten mehr trauen und glauben / als den Eydschwüren anderer Leute. Was einmahl geheiligtist / soll nicht wieder geändert werden: dann der Könige gegebnes Wort ist heilig; was sie re-den / ist ein Göttlicher Ausspruch; ein jedes Wort hat ein Centner-schweres Gewicht. Es isteine Gottslästerung / wann man saget: Diejenige seyen in den Allianzen die ärgste undschlimmste / die selbige genau und unverbrüchlich halten.„ Folge du dem Exempel des Nieder-ländischen Hertzogs Alberti, welcher / da er mit denen zu Ostende einen Stillstand der Waffengemacht / und die Besatzung sicher und sorgloß gewesen / gesaget: Ostende mag ihnen bleiben;meine Wort und Treue laß ich nicht zu Wasser werden.Ubi rupta rumpit.Nichts bleibt / noch steht /Wann es zergeht.Dura ripas fluvii glacies in foedera jungit;Sed spirans solvit leniter Auster eas.Non tutum est, pacti tabulis innitier ullis;Cùm fallat faciles undiqʒ parca fides.Das Eyß / daß einen Strohm zur Wandlung überbrücket /Fasst beede Uffer an / daß sie vereinigt stehn:Wird aber selbiges durch warme Wind zerstücket /Muß solche Bündnus auch darauf zu trümmern gehn.Ohnmöglich kan man Grund auf Allianzen bauen;Wann man die Treue bricht; wann keinem Eyd zu trauen.Die VII. Frage.Von warmen Wassern und Bädern.Bwohlen das Wasser seiner Natur nach kalt ist; so quillet doch selbiges anvielen Orten durch verborgne Gänge warm aus der Erde hervor: Welchesdurch Benennung vieler Oerter, die mit warmen Wasser-Quellen versehen seynd,kan erwiesen werden. Dann also findet sich in Ißland nicht weit vom Berg Hecla ein war-mer Brunn; dergleichen auch in Brittannien; in Gasconien; in Burgund; in Jtalien zwischen
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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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