der in der obern Lufft erzeugten Dinge.Anhang.ERstlich: ist bekannt, daß, wann man ein Wasser oder anderes Naß durch Kunst mitEyß überziehen, und eine Gefrierung zuwegen bringen will, hierzu fürnemlich ein Eyßoder Schnee mit Saltz oder Salpeter, oder auch mit Vitriol und Salmiac vermischt, ge-braucht werden müsse. Ja auch der Zucker selbsten mit Schnee vermenget / oder ein Wein=Geist,oder ein Vitriol=Oehl, und fast alle saure Saltz, nach deß du Hamel bericht, haben und thun Du Ha-eben dergleichen Würckung. Cartesius aber machts auf folgende Weiß: Nimm Saltz und mel. l.i. deSchnee oder Eyß / jedes gleichviel; menge es unter einander / und legs um ein mit süssem Was= corp. af-ser gefülltes Gefaß: dann so bald das Saltz in dem Wasser zergehet / und sich auflöst / so fähet Fecl. e. 5.dieses Gemengsal an sich zu verdicken / und wird zu einem Eyß.Zweytens: Wann man aus einer zu Aschen verbrannter Nessel eine lauge bereitet, undsie Winters=Zeit zu Nacht an die Lufft stellet / biß es überfrieret; so wird in dem Eyß (welcheswunderlich) die gantze und vollkommne Figur der Nessel mit denen Fäserlein und zackichtenBlättern / wie mans an dem wahrhafften Kraut selbsten siehet / erscheinen: auch solche gantzeNessel=Figur, wo man sie durch ein Vergrösserungs=Glaß betrachtet, anzusehen seyn, als ob sieaus den allerkleinesten Sternlein zusammen gesetzt wäre.Drittens: Ist auch dieses wunderens würdig / was Ditmarus Bilke bey dem Came- Camer.rario von dem Eyß an den Ißlaͤndischen Ufern erzehlet: nemlich / zu Anfang deß Heumonats Hor. suc-komme nahe bey dem Feuer=ausspeyenden Berg Heela ein grosser hauffe Eyß bey Nacht an cis. cent. 3.das Ißländische Ufer: Und solches währe die 3. folgende Monate immerdar hindurch. Wann p.56.nun ein Stück von diesem Eyß in ein Leinwand gewickelt / und in eine Kiste geleget werde, sobleibe selbiges hart und gefroren / so lang als das übrige Eyß am Ufer seye; sobald dises letztereaber vom Land wieder weggehe, und sich verliehre, verschwinde das stücklein Eyß in der Kistengleichfalls / und lasse nicht einmahl ein Zeichen einiger Feuchtigkeit hinter sich.Viertens: Von denen im Winter erstarrten Schwalben schreibet Kircherus; daß Kirch-man selbige im Pohlen / wann die Fischer zur Winters=Zeit das Eyß aufhacken / und ihre Garn Mund.zum Fischen auf den Grund werffen / sehr offt mit samt den Fischen heraus ziehe; die aber der=subterr.massen künstlich mit ihren Klauen sich zusammen hengen / und wie auf eine Kugel wicklen / daß l.s. sect. 4.man sie mit grosser Mühe von einander lösen müsse. Wann sie nun als halb erstorben in c.l.eine warme Stube gebracht werden, so erwachen sie gleichsam wie aus dem Schlaff, bewegensich, und suchen bald darauf auch davon zu fliegen; wiewohlen sie vor der von der Natur ih-nen bestimmten Zeit nicht lang lebendig verbleiben.Politische Schluß=Rede.Durch Friedens-Brüche wird die gemeine Wolfahrtzerstöhret.DAs unter denen Menschen billich heilig zu haltende Zeichen der Treue / so der Pfaltz=GrafCasimirus, durch Abbildung zweyer in einander geschloßner Hande / und die beygesetzteWorte: beständig und aufrichtig vorgestellet / solle deinem Gemüth fest eingeprägetMan siehet / wie das Eyß aus einem flüssigen Element zu einer Mauer wird: Ich könteselbiges eine Vereinigung der Uffer nennen; Krafft welcher ein See=Hafen dem andern dieHand bietet, und Treue gelobet. Geschiehets aber beständig und auffrichtig? Das Eyß un-terziehet seinen Rucken den schweresten Lasten; und was auf dem untreuen Element nicht fort-zubringen ist / das nimmt es auf sich / und versiehet die Stelle der Brucken / ohne deßwegen einenZoll zu begehren. Geschiehets aber beständig und auffrichtig? Warte nur biß ein warmerSud=Wind wehet / so wird dasselbe unter der Last weich werden; das Band der Uffer wird zu-reissen; das Winter=Bündnus zu Lufft und Wasser werden; ja der Schaden sich verdupplen:dann ein Bruch verursacht den andern. Das zerbrochne Eyß=Band zerbricht den Bund derhöltzern Brucke/ mittelst welcher ein Uffer dem andern die Hand gebotten; es zerstöhret dieFreundschafft, und hemmet Handel und Wandel. Die Handelschafft der Gemüther bestehet indenen mit Menschen=Treue befestigten Bündnussen der Königreiche. Weit von einander abge-legne Provinzien stossen zusammen; die Waffen werden mit Waffen / Handelschafft mit Han-delschafften / Meere mit Meeren / Hertzen mit Hertzen vereiniget. Die neue Welt alliirt sich mitder alten durch eiserne Riegel: die durch die See von einander gesonderte Königreiche werdenmit so viel Mauren zusammen gefüget / als Bündnusse sie unter sich auffgerichtet. Der Nach-barn Allianz ist ein sicherer Port / wohin man fliehen kan / damit daß entweder von einheimi-ſchen
Druckschrift
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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