Druckschrift 
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
277
Einzelbild herunterladen
 

der in der obern Lufft erzeugten Dinge.Es mögen gleich die feindliche Bataillonen wider dich anmarchiren / und einen eissern Platz=Re-gen auf dich abfallen lassen; Begegne du ihnen nur mit guldnen Waffen, und vernichte desFeindes Hinterlist durch eine vorläuffige Verkundtschaffung. Man kan weit gewisser und si-cherer mit silbern / dann mit eisern Spiessen / den Sieg erhalten; wie der grosse Macedonier zuerinnern pflegte. Du must einen guldenen Saamen auswerffen, wann du wilt des Feindesheimliche Anschläge unterbrechen, und einen Sieg von ihme einerndten. Nichts ist höhers an-einem General zu loben / als wann er seines Feindes Vorhaben ergründen / und vor der Voll-ziehung wissen kan. Hierauff hat der Römische Kayser Großvatter Julius (welcher Meinungauch insonderheit König Ariovistus gewesen) alle seine Gedancken gewendet; nemlich daß erdie feindliche Desseins, jedoch nicht ohne Geld / entdecken möchte. Erforsche derohalben / wasdein Feind für einen Schluß gefasset; und bemühe dich / dessen Heimlichkeiten zu erfahren; aberhierzu muß dir der Weg durch Geld und Gaben gebahnt werden: Dann denen Geschen=, Vact. I.15. annal.cken stehet alles offen 2c.Inclinata revelat.Entdeckt und zeigt /Wann sie sich neigt.Prodit, terra tegit quos, fontes virgula nutans;Hâc hortis gratus quaeritur arte latex.Hostiles technas, infensae & conamina mentisPandent non parcâ praemia sparsa manu.Wer seinem Garten-Platz will frische Brunnen findenDurch deren Mangel ihm so Nutz als Lust gebricht;Der pfleget mit der Ruth dieselbe zu ergründenDie / wo ein Quell sich birgt / dahin die Spitze richt.Man muß entschlossen seyn / kein Gold noch Geld zu spahren /Wann man die Heimlichkeit der Feinde will erfahren.Die III. Frage.Hier werden noch zerschiedene andere Fragen, der Bron-nen und Flussen Eigenschafften betreffend / aufgelöst.Ragt sichs Erstlichen: Woher der Unterschied des Geschmacks / und die medicini-sche Krafft ein und anderer Bronn=Quellen kommen? Antwort: Dieses kan daherruhren, wann das Erdreich, aus welcher die Dämpffe über sich steigen, mineralisch undvon Metall=Adern durchzogen ist: dann indem die Dämpffe sich in die Höhe schwin-gen und wieder herab fallen / so werden auch zugleich die mineralische Dünste / die hernach denenWassern ihre Tugend und Krafft mittheilen, über sich gezogen und gleichsam wieder herabdistillirt.Ferner kan solches nicht weniger daraus entstehen, daß etwa die Wasser, ehe sie aus demBoden hervor brechen, durch Minern und Metall=Adern lauffen: so daß sie, wann sie durchSaltz / oder durch Schweffel / oder durch Silber= und Gold=Mineren gehen / saltzig oder schweff-lich zu werden, oder die treffliche Eigenschafften des Golds und Silbers an sich zu nehmen, jazuweilen auch Gold= und Silber=Sand mitzuführen pflegen. Deßwegen findet man in IßlandBronnen=Wasser / daß wie Bier schmäcket: In Mesopotamien ist ein Bronn / Cabura genant,der einen lieblichen Geruch von sich giebt. In Mohren=Land trifft man einen an / so nach Veye-len riechet: In Lybien nicht weit von dem Niger=Fluß quillt ein Bronn mit einem so süssenWasser / daß man glauben sollte / es wäre mit Zucker vermischt.Zum Andern: Woher es rühre, daß die Bronnen und Flüsse unterschiedliche Farbenhaben /? Antwort: Solches kommt ebenfalls her entweder von einem Metall oder Minera /oder aber von der Erde / wodurch die Wasser rinnen; dergleichen wir auch oben von der FarbMm 3