der in der obern Lufft erzeugten Dinge.Erhöhung angeführet; Damit man nicht wähnen solle / als hätte er hierin auf ein hohes Ge= „ Curt. l. 4schlecht / und nicht vielmehr auf die Tugend gesehen.„ Die Rose / die Königin unter den Blu-men / stammt von einer unedlen Mutter, nemlich von der Erden her; ersetzt aber solche schlechteAnkunfft mit ihrer angenaturten Schönheit. Was im Anfang gering ist / das wird zuletzt „Arist. I. 1.sehr groß.„ Bist du von einer unartigen Taube gebohren; so fliege du aus eigner Krafft gegen de cælo.der Sonne: Gleichwie nicht alle junge Adler ihrer Mutter Art haben noch die Sonne ertra= c. 38.gen können / sondern von selbiger ihrer viel / weil sie nicht Adlers=Natur seyn / wider die Felseneschmissen werden; also gibt es hergegen ihrer nicht wenig / die zwar unedel von Geburth / abersich Adlermüthig erzeigen; und dahero vor andern zu Reichs=Regierungen erhoben werden.Das Römische Volck hat den C. Marium, der nicht von edlem Geschlecht war / zu ihrem Gene-ral wider den Jugurtham erwählet; der seine Widersacher mit dieser Antwort abgefertigt: Sie „ Sallust. inverachten meinen neuen Stand; und ich verlache ihre Faulheit: wie man andern ihre Laster/„ Jugurh.also rücket man mir mein Glück vor, und ob ich wol glaube, daß wir alle von einerley Natur-seyn; so halte ich doch darfür / der tapfferste seye auch der großmuthigste Mann.„ Es findensich viel morastige Sümpffe, die sich entweder vom Regen, oder vom Einbruch des Meers inein Thal zusammen gesetzet. Seynd sie aber darum zu rühmen / daß sie müssig da stehen / unddie Hoheit ihrer Gebuhrt mit ihrer schändlichen Fäulung beflecken? Wer niedrig gebohren ist,der ist / wann er aus eignem Flug sich in das Liecht hervor schwingt / ein Sonnen=Kind. Es magseyn / daß du bleyerne Eltern haft; genug / wann nur du von Gold bist. Der Kayser Carl ver= Annal.fügte sich zu Pariß in die Schuhlen / und erhub die arme oder fleissige Studenten zu hohen Parisiens.Aemtern; die Adeliche hergegen so nichts gelernet/ liesse er schimpfflich sitzen. Als Kayser Si-gißmund von denen Grossen seines Hoffs getadelt ward / daß er Leute von niedrigem Stand Spieg. inwegen ihrer Tugend und Gelehrsamkeit zu hohen Ehren=Stellen beförderte; versetzte er zur Ant= An. Sylv.wort: Warum solte ich nicht diejenige lieben und werth halten / welche die Natur andern-vorgezogen?„ Es gereicht den Eltern und dem Vatter=Land zur Ehre, wann du tugendhafftbist / ungeacht sie unedel seynd: Hergegen ist derjenige seinen Eltern und dem Vatter=Land einSchandfleck / welcher nur sich seines Adelichen Herkommens rühmet / selbsten aber keine edleThaten verrichtet. Augustus hat den unedlen Agrippam sehr hoch gehalten / weil er an Tugen= Tacit. I. i.den edel war. Das Römische Volck hat den Tull. Hostilium aus der Bauren=Hütte auf den annal.Thron erhoben / weil er sich um dasselbe hoch verdient gemacht hat. Und also ist nichts so kleindaß nicht könne groß werden. Das Römische Reich, welches über alle Völcker seine Herr= Rt. l. 2.schafft erstrecket / und zuerst die Gesetze und Rechte geordnet / gehet / soweit die Sonne reichet: rer. Hisp.Wo stammet aber dasselbe her? Claudianus antwortet:Finibus exiguis, parvâque à sede profecta.Die Gräntzen waren klein / und enge eingeschlossen /Aus welchen Selbiges anfaͤnglich her=entsprossen.Origine parvum.Klein und geringWo ich entspring.Fert puppes, & vastis in mare volvitur IsterUndis; exortus paupere fonte licet.Virtus quos claros reddunt, & fortia facta;Hos viles cunae non maculare queunt.Wie klein ist bey der Quell die Donau anzusehenDa dieser Fluß sich dort nur einem Bach vergleicht:Doch wächst er folgends so / daß Flotten auf ihm gehen;Und er biß in die See mit grossen Wogen reicht.Wer tapffre Thaten übt; wen edle Gaben schmücken,Dem ist der niedre Stand mit nichten vorzurücken.MmDie
Druckschrift
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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