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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
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der in der obern Lufft erzeugten Dinge.als der Hauffen des gleich schweren Wassers. Es kan aber geschehen / daß das gantze Gebäudes Schiffs / so da leichter ist als das Meer=Wasser von gleicher Schwere oder Grösse / nichtleichter seye als das Fluß=Wasser: und wo dieses sich zuträgt / so wird alsdann das Schiff un-tersincken. Diese Schwere aber des Meers entstehet aus der Dicke; indeme eine grosse Schwe-re aus einer grösseren herkommet. Woraus dann ein und andere Eigenschafft des Meers / dieSchwere betreffend / sich leichtlich erklären lässet.s. 2. Obschon das Meer dicker und schwerer ist als das süsse Wasser / so ist sel-biges doch ganz durchsichtig: Welches daher erhellet / daß man zuweilen ohngeachtet derder grossen Tieffe den Grund des Meers ersehen kan; dadurch dann eine treffliche Durchsichtig-keit ohne Zweiffel angedeutet wird: gestalten man auch das Meer wegen solcher Dicke undDurchsichtigkeit einen gläsern Marmor nennet: dann es finden sich dessen Wasser an etlichenOrten dermassen klar und hell / daß sie an Lauterkeit alle Bronnen=Wasser weit übertreffen.Bey einer der Molukischen Insuln / Ternate genannt / schreibt Davitus, seyen die Meer=Wasser Davit. difür andern am klaresten / also daß man in der daselbstigen ungemeinen Tiesse auf dem Grund mundodie eingeworffne Lincker nicht nur / sondern auch den kleinsten Sand auffs beste sehen und un= tom. 1.terscheiden moge. Jedoch, wo das Meer sehr tieff ist, da können die Sonnen=Strahlen nichtbiß auf den Grund hinunter dringen; und bezeuget Kircherus, er habe von Türckischen Scla= Kirch.ven / die vortrefliche Taucher gewesen / und viel Jahr lang in dem Ærythræischen Meer sich mit art. magn.Such=und Fischung der Perlen und Corallen ernähret, vernommen; daß, das Sonnen=Liecht L. & U.nur auf eine gewisse Tieffe in das Meer eindringe: wo es aber am tieffesten seye / da zeige sich l.1.1.3.auffm Grund nicht die geringste Spuhr eines Liechts / sondern vielmehr eine beständige Finster-nus: und hält besagter Kircherus darvor; diese Dunckelheit seye keiner andern Ursache / als derdichten Zusammensetzung so vielfältiger Oberflachenen / zu zuschreiben.§. 3. Das Meer hat zerschiedene, doch keine wahrhaffte, und aus der Vermi-schung der ersten Qualitäten herkommende; sondern bloß also scheinende Farben.Dann die grüne Farb entstehet aus der unterschiedlichen Zuruckbiegung des Liechts in demduncklen Schatten und der Durchsichtigkeit. Die röthlichte Farbe nimmt ihren Ursprung vondem Pech / dem Salpeter und dem Alaun; weilen selbige entweder unter dem Meer sich befin-den, oder demselben untermenget seyn; oder aber es rühret solche Farbe auch von dem rothenSand her; wie wir in der ersten Frage angemerckt haben. Und eben dergleichen Urtheil istnicht weniger von der weissen und schwartzen Farbe zu fällen; welche von der grossen Tieffedes Meers verursachet werden kan. Wir wollen hiervon den scharffsinnig philosophirendenCardanum anhören / welcher sich also vernehmen lässet: Es ergiebt sich in dem Meer ein der= Cardan.massen grosser Unterschied unter den Wassern / daß nechst dem Mohrenländischen Indien die l. 18. deSee bey 300. Meilen weit gantz weiß / wie Milch; anderswo entweder gantz blau / oder gantz subi.schwartz / oder gantz grün erscheinet. Weiß erzeigt sie sich / wann das Meer nicht sonderlichtieff/ und der Sand weiß ist; grün aber / wann selbiges eine geringe Tieffe hat; hergegen blau-wann es erregt und bewegt wird; und silbern / wann es ruhet und stille steht. So haben auchdie erfahrneste Weltweisen beobachtet / wie Aulus Gellius berichtet; daß das Meer / wann der A. Gell.Sud=Wind wehet / blau und eisengrau; und wann der Nord=Wind stürmet / trüb; auch in N.A.I.e.denen Hunds=Tagen schwartz un. dunckel werde. Dannenhero dieser Schluß zu machen: c. 20.Daß zur Vielfältigkeit der anscheinenden Meer=Farben das starcke oder sanffte Blasen der un-terschiedlichen Winde: ingleichem auch die Sonnen=Strahlen welche in das Meer eindringen /und dessen dickeren Theile zwar erregen / nicht aber verzehren / gar viel beytragen müssen. Werauf dem Meer offt Sturm ausgestanden, der wird bezeugen können, daß die See, wan sie durchUngestüm erreget ist / wie ein feurig und geschmoltznes Metall; ja selbsten die darmit bespritzteHände / wie feurig anzusehen seyen: welches sonder Zweiffel denen pechigen und salpetrischenAusdünstungen / die alsdann am häuffigsten auffsteigen / beyzumessen. Und hieraus mag zunachfolgendem leicht die Ursach gefunden werden:Erstlichen: Nechst einer Americanischen Provintz / Chiribichi genannt / pflegt das Meeralle Jahr roth wie Blut zu werden: deßwegen man es auch das Blut=Meer nennet / wie Nie-remberg erzehlet: Es geben aber die Innwohner vor; daß diese Röthe seinen Ursprung von Nieremb.denen unzehlich allda ausgelassenen Fisch=Rogen nehme. Eben dergleichen begibt sich auch in 1. Hist.der Insel Cabaqua; so allda denen Austern zugeschrieben wird: dann die Austern lassen hin N. c. 20.und wieder Blut von sich fliessen.Zweytens: Das todte Meer solle nach des Josephi Zeugnus des Tags dreymahl seineFarbe ändern; nemlich früh Morgends eine schwartze; Mittags eine blaue / und Abends einerothe Farbe annehmen.Drittens: Das Meer / womit die Bardinische 30. Meilen gegen Auffgang liegende In-seln umflossen werden, wird im Julio und August bey Nacht dermasser weiß, daß es wie derSchnee